Der Blog über das Leben

von Anne und Jule
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Freitag, 2. März 2012

Leer Kopf Voll

Worte ohne Klang, kommen nicht an.
Unsichtbar ist jeder, der nicht sehen will.
Schaltet das Licht aus.
Der Mensch ist einsam.
Man darf nicht aufgeben.
Aber es fällt doch.
Außer der Klang, der schwebt.
Immer höher.
Mit mir.
Schließe die Augen und sieh wohin es geht.
Gänsehaut vergeht.
Aber sie kommt auch.
Festhalten – gut oder schlecht?
Graben nach der Tiefe.
Wie weit wird es gehen?
Gefährten wirst du treffen.
Sie nehmen den anderen Weg.
Wellen vergehen nicht am Ursprung.
Zerschneide das Sorgenband oder nimm es mit.
Bleib nicht zurück.
Tränen fallen auch.
Der Tod steigt auf, das ist der Sinn?
Beeinflussung ist unheimlich.
Überwältigung ist ungerecht stark.
Der Rhythmus ändert sich stetig.
Pochend erhebt er dich.
Lässt dich manchmal fallen.
Wer fährt nicht gerne Achterbahn.
Oft ist der Anfang schöner, das ist wahr.
Wer durchhält kriegt noch eine Runde.
Unfair?

Freitag, 7. Mai 2010

Black Rebel Motorcycle Club

Konzert: Black Rebel Motorcycle Club (BRMC)
Berlin, Astra, 04.05.2010
Vorband: Zaza

Wer mal richtig rocken will, geht auf ein BRMC Konzert. So eins der Sorte, wo man mit durchgeschwitzem T-Shirt nach Hause geht.
Sexy Rock n Roll vom allerfeinsten spielen diese Typen. Ein Youtube Kommentar war einmal „Sex please“, was nachvollziehbar ist, wenn man die Musik hört.

Los gings jedoch mit der überraschenden Tatsache, dass Online Tickets auch vorteilhaft sein können. Beim Anstehen vorm Club erreichten folgende Worte mein Ohr:
„Online Tickets bitte vorkommen.“
Wir haben unsere eigene Schlange bekommen, die leer war. Schön.

Drinnen dann der teuflische Merch-Stand, an dem Vorbeigehen immer schwer gemacht wird. Schöne scheiß Shirts hatten sie da, natürlich! Ich MUSSTE ja eins mitnehmen, man wird gezwungen. Ein nettes weißes Girlie Shirt mit V-Ausschnitt und „Beat the Devil’s Tattoo“.

Wollte gern vorne stehen und bin gleich zur Bühne. Entspannt zweite Reihe stand ich anfangs.
Bei Vorband Zaza aus New York regte sich nicht viel. Sie waren drei Leutchen, die Dame umzingelt von zwei dürren Typen.
Jennifer hielt den Bass in der Hand, Danny die Gitarre und Dru haute seitlich stehend auf die Drums. Beattechnisch war es super, das ging schon über ins Blut, nur fehlte mir irgendwas.

Schon beim Umbauen wurde es enger und mein entspannter Platz in der zweiten Reihe wurde zu einem zwischen erster und dritter Reihe gepressten Plätzchen. Im Astra war gut Stimmung und schon bevor BRMC die Bühne betraten, war das Geschrei so laut, dass die Ohren brummten.

Cool im Dunkeln kamen sie on stage und spielten erstmal „War Machine“ vom neuen Album „Beat The Devil’s Tattoo“. Album Nummer 5, möchte erwähnt werden. Die haben schon fleißig gearbeitet.
Seit 1998 gibt’s das Trio aus San Fransisco. Ist so eine schöne Geschichte, wenn aus Schulfreunden eine Band wird. Zu Peter und Robert, die beide singen und Gitarre und Bass spielen, gesellte sich Nick und nach anfänglichen Namensschwierigkeiten benannten sie sich nach einer Motorradgang aus einem 1953er Marlon Brando Film.

Komischerweise sah der Typ an den Drums ziemlich weiblich aus. Nach dem Konzert hab ich erst gelesen, dass Nick nicht mehr zur Band gehört. Drogenprobleme, Verlassen der Band, Zurückkehren, Drogenprobleme, Rausschmiss aus der Band – Kurzfassung.
Seit 2008 sitzt also eine kesse Dame an den Drums. Leah, die schon bei den Raveonettes auf Tour Schlagzeug gespielt hat. Also wenn die nicht cool war, aber ist ja kein Wunder bei dem schönen Namen.
Ich musste sie die ganze Zeit anstarren, weiß gar nicht warum. Öfters starrte sie sogar zurück, was aber wohl daran lag, dass sie die Gesichter der ersten Reihen einstudierte. Sie schaute wirklich ununterbrochen zu uns.
Frauen am Schlagzeug, was soll man dazu sagen – besser geht es nicht!

Und zu den beiden singenden Rocksäuen braucht man auch nichts mehr zu sagen. Das Wort Coolness steigt einfach mal in neue Ebenen auf. Wenn ins Mikro geschrien wird und der Schweiß von den Wimpern tropft.
Der Gig war mit 8 Songs vom neuen Album schon sehr auf dieses bezogen, aber sie spielten auch ein verdammt langes Set. Nicht zu verachten gab es 5 Songs vom ersten Album! Und das ist gerade das rockigste. Freude!

Ich bin aber auch gnadenloser Verfechter vom neuen Album und hüpfte bis an die Decke als der Titelsong kam.
Sie fingen mit coolen Nummern an und begaben sich nach und nach in Ausrast-Lieblingsebenen des Publikums.
Ain’t No Easy Way, Aya, Berlin und Weapon Of Choice hintereinander. Annabel Lee und Awake zum Ausruhen und dann Whatever Happened To My Rock n Roll.
Danach war ich so dermaßen im A...ltersheim angemeldet.
Nach riesigem Applause kam Robert schnell wieder, setzte sich vorne an den Rand auf eine Box mit seiner Akustik Gitarre und fragte uns, was wir hören möchten. Verschiedene Songs flogen durch den Raum, doch der Wunsch „Mercy“ zu hören, setzte sich lautstark durch. Nach reichhaltigem Überlegen, meinte er nur niedlich „Ok“ und sang Mercy.
Nach diesem tränennahen Song begab man sich wieder auf die Reise back to the roots. Zwei noch eher ruhige Songs folgten und dann ging es ab.
Conscience Killer, 6 Barrel Shotgun, American X und Spread Your Love erledigten nun auch gewissenhaft den Rest der noch stehenden Zuschauer, bis alle glücklich auf dem Astra Boden lagen! Nein natürlich nicht, aber ich war so fertig, dass ich es gern getan hätte.

Wieder verschwand man hinter die Bühne.
Aber wir wollten mehr! Es war noch lauter als zuvor und man spürte irgendwie, dass sie uns mehr Gutes tun wollten.
Sie hatten sich wirklich ein mehr als perfektes Set zusammengebastelt. Wer erwartet schon 10 Songs als Zugabe?!
Da man vorher die Setlist nicht kennt und nun nach und nach immer mehr Songs gespielt werden, fühlt man sich gut, weil sie ja natürlich nur wegen uns, wegen des hammer Publikums so viele geile Sachen spielen, nicht wahr!
Das alles geplant ist, vergessen wir ganz schnell wieder, denn den Glauben, dass nur hier in Berlin passierte was passiert ist, möchten wir schließlich behalten.
Als letzte Zugabe gab es Stop, The Shadow’s Keeper und einen heiligen Song: Open Invitation! Ein Hidden Track der Platte Howl. Wieder wurden wir verzaubert und zwar durch Kunst für das Auge. Der komplette Saal war plötzlich in grüne Laserstrahlen gehüllt, die sich langsam bewegten. Und dann fingen sie im Duo an zu singen. Der Songtext mit Zeilen wie „We may never be here again“ schnürte einem richtig die Kehle zu, da diese Vorstellung, nach einem solchen Konzert, wohl die schmerzhafteste überhaupt ist. Nun war es vorbei, es gab noch einmal herzlichen Applause, aber niemand kämpfte um mehr Songs, denn der Abschluss war gewesen und er war, wie man es sich wünscht. Sie bedankten sich für ein außergewöhnliches Konzert und verließen die Bühne. Noch im Dunkeln kam „What A Wonderful World“ aus den Boxen und das Herz hüpfte noch mal auf und ab.
Ein wirklich wirklich großartiges Konzert! Coolness, Rock n Roll, Ausflippen und wunderschöne Momente. Ich will noch mal!

Setlist:
- War Machine
- Mama Taught Me Better
- Red Eyes
- Bad Blood
- Beat The Devil’s Tattoo (Video!)
- Love Burns
- Shade Of Blue
- Ain’t No Easy Way (Video!)
- Aya
- Berlin
- Weapon Of Choice
- Annabel Lee
- Awake
- Whatever Happened To My Rock n Roll

- Mercy (Video!)
- River Styx
- Shuffle Your Feet (Video!)
- Conscience Killer
- Six Barrel Shotgun
- American X
- Spread Your Love

- Stop
- Shadow’s Keeper
- Open Invitation (Video!)

Samstag, 17. April 2010

Wir sind Mumford und Söhne

Konzert: Mumford & Sons
15.04.2010
Astra, Berlin
Vorband: Johnny Flynn
Lisa Mitchell

Wie habe ich um dieses Konzert gekämpft!
Was für böse Schimpfwörter habe ich all den verschissenen ebay-Verkäufern gedanklich an den Kopf geworfen.
Diese geldgierigen Vollärsche. Wenn man nicht zum Konzert kann und das Ticket verkauft, muss natürlich noch ein fetter Gewinn dabei rausspringen! Nochbesser die Sorte, die Tickets vorher in Massen kaufen, um sie gezielt für viel Geld weiterzuverkaufen. All diesen Leuten hab ich täglich mehrmals in Gedanken in die Eier getreten oder eben Backpfeifen gegeben. Schön flache Hand, weit ausgeholt und KLATSCH!!

Leider gibt es zu viele dumme Menschen, die natürlich die sinnlos überteuerten Tickets kaufen und somit den Grundstein für dieses miese Geldspiel immer größer werden lassen.

Das war für ca. 3 Wochen mein Kampf um ein verfluchtes Ticket für diese eine besondere Band. Unglaublich.
5 Tage vor dem Gig sollte aber mein Tag sein und ich habe ein Ticket zum Originalpreis gefunden – nicht bei ebay, muss ich dazu sagen.

Ich habe mich SO gefreut auf diesen Abend! Und das zurecht.
Es war vollkommen. Ich habe das ganze Konzert über bibergrinsend dagestanden oder angestrengt mitgesungen.

Aber mal der Reihenfolge nach.

Los ging es bei Aldi, wo ich mir den besten Billigwein der Stadt kaufte und in mein Wohnheim-Zimmer brachte. Den ersten Schluck genehmigt und schon passierte etwas Komisches. Mir wurde einfach nur heiß. Ich weiß nicht warum, aber dieser Wein hat mir einen tollen roten Kopf beschert. Mit glühenden Wangen musste ich auch leider in die Straßenbahn, um zum Astra zu kommen. Naja, peinliche Momente machen das Leben eben lebendig. Dort hab ich dann auch gleich meine Konzertgang wie verabredet getroffen, zwei Mädels mit gutem Musikgeschmack.

Wir sind zum Astra gelatscht, wo schon eine kleine Riesenschlange am Eingang wartete. Aber es ging gleich rein und dort war es dann doch erstmal entspannt leer.
Der Beginn war auf 9 Uhr gesetzt. Da wir vorne stehen wollten, sind wir auch gleich vor die Bühne. Einige standen schon gestaffelt davor und wir reihten uns neben der Elite ein. Die „Elite“ war ein Pärchen, beide 1,90m hoch gewachsen, große Fresse, vermutlich den Schrank zu Hause gefüllt mit dem Besten was Ed Hardy hergibt. Dämliches Rumgelaber und Umherschunkeln mussten wir über uns ergehen lassen. „Wenigstens ist die Elite hier.“ Ein Spruch der wahrhaftig ernst gemeint und auf sich selbst bezogen war vom Herrn Elite höchstpersönlich.

Kommen wir zur Musik. Angekündigt als Vorband war Johnny Flynn.
Jedoch kam zuerst und weit vor 21Uhr eine junge Frau auf die Bühne, die sich eben noch den Lidstrich neben uns auf der Damentoilette nachgezogen hatte. Lisa Mitchell aus Australien!
Ihr Lied „Neopolitan Dreams“ kennt man hier aus der Telekom-Werbung.
Sie war alleine auf der Bühne mit Akustik Gitarre. Es war nett und niedlich. Leider waren noch recht wenige da, somit war null Stimmung und zum Teil war das Gelaber mancher Leute lauter als ihr Auftritt.

Nach zuu langer Pause gab es Vorband Nummer 2:
Johnny Flynn & The Sussex Wit.
Folk Musik vom Feinsten und ein vielseitig begabter Frontmann. Er singt und spielt entweder Geige, Gitarre, Trompete oder Banjo.
Es war richtig gut und ich bin sofort Fan geworden.
Komischerweise waren noch weitere Elite-Leute im Publikum, die dann nach der Hälfte rein riefen: „Iss siss yur last song?“ Nach dem Motto „Ihr seid scheiße, wann seid ihr endlich weg“, natürlich in dem schönsten schlechten Englisch mit herrlich dummen deutschen Akzent.
Wir haben getippt, dass sie die Tickets gewonnen haben müssen, weil solch behämmerte Fans kann Mumford And Sons nicht haben. Abgesehen davon, wenn man Johnny Flynn nicht mochte, wie kann man dann M&S mögen? War nämlich die perfekte Vorband-Hauptband-Fusion, beide machen die gleiche Musik, die Hauptband nur noch etwas besser.
Wie gesagt, super Auftritt – sehr zu empfehlen diese Band mit dem Allrounder Johnny Flynn. Der ist übrigens auch noch Schauspieler und sieht gut aus! Frechheit.

Eine nächste Pause stand bevor. Wieder zuuu lange, aber durch den Soundcheck wurde man wenigstens etwas abgelenkt.
Dann kam die Taschenlampe und es ging los.

Kurz zum allgemeinen Verständnis: es ist eine Folk-Rock-Band und sie haben Gitarre, Banjo, Dobro (typische Countrygitarre), Kontrabass, Keyboard und Schlagzeug am Start.

Alle vier sangen Sigh No More ins Mikro und ich hätte heulen können. Wahnsinnig schön und Gänsehaut-Feeling pur. Der Song fängt langsam an und geht in ein erstes Ausrasten über. Genialer konnte es nicht losgehen.
Danach gab es Awake My Soul, wo man mitsingen schon mal proben konnte.
Und dann ging es sozusagen RICHTIG los!
Roll Away Your Stone – alles endet in einem Zappeln und man sieht einfach nur viele Arme in der Luft und fröhliche Gesichter.
Wie auch im Album „Sigh No More“ kam danach Blank White Page.
Der nächste Song hatte von Anfang an keinen Namen und wird wohl einfach Untitled genannt.

Alle vier kamen super sympathisch rüber und redeten sehr niedlich mit uns. Sänger Marcus Mumford freute sich über so viele Menschen. Es war der größte Gig auf der Tour, in allen anderen Städten spielten sie in kleineren Clubs, was mir persönlich ja besser gefallen hätte, aber die Nachfrage war zu groß und somit wurde es vom Maria ins Astra verlegt.

Sie bauten alle ihre Deutschkenntnisse in den Auftritt mit ein und stellten sich generell nur mit „Wir sind Mumford und Söhne“ vor. Es gab immer viel Applause und alle waren überglücklich, nur entstand manchmal eine geheimnisvolle Stille, wenn der Übergang zum nächsten Song länger dauerte und das Klatschen bereits vorbei war. Dann rief keiner rein oder pfiff oder schrie, alle waren mucksmäuschenstill und warteten gespannt auf das was kommen sollte. Daher bat uns Marcus den Abend nicht zu ernst zu nehmen, weil wir hätten ja schließlich dafür bezahlt.

Sie spielten weiter in Album-Reihenfolge: I Gave You All und Little Lion Man.
Auf diesen Song hatte ich mich schon irgendwie in besonderer Weise gefreut. UNREAL würde ich sagen. Oder eben Oberaffengeil.

Mit auf der Bühne waren Tierspielfiguren: Ziege, Pferd, Esel und Kuh.
Da sie ja weit von zu Hause entfernt sind, haben sie diese Figuren mit auf Tour.
Marcus meinte, er hat ein Pferd und wollte wissen, was es auf Deutsch heißt.
„Pferd!“
Marcus: „Fiart“ „Haha like the car.“ Ja genau.
Die restlichen Tiere wurden auch übersetzt.
„Ziegä“ „Esel“ „What’s cow?“
„Kuh!“
Marcus: „Hahahah! All together say cow in German!“
KUUUUUHHHHHHHH
Die haben sich gekringelt auf der Bühne. Wir haben uns gefreut.

Es kamen weitere geniale Songs und dann, ich wusste es irgendwie schon und hatte Kamera in der Hand und drückte auf den Knopf, als kurz später die ersten Töne von The Cave kamen.
Unheimlich viele sangen mit. Und man sah sogar etwas positive Verwunderung auf der Bühne darüber. Dass die Deutschen ihre Texte so gut mitsingen, hatten sie wohl nicht erwartet.

Dann sagte Winston etwas auf Deutsch, was nur zu 2/3 richtig war, aber trotzdem fanden es alle toll.
Und er freute sich wohl auch und rief mit offenen Armen ins Mikro: „Who wants to touch me?“
Marcus musste sich vor Lachen am Mikroständer festhalten und wiederholte mind. 3 mal den Satz „Who wants to touch me“.

Die Typen sind übrigens dauernd am Instrumente tauschen.
Marcus singt entweder vorne stehend mit Gitarre (E- oder Akustik) und mit einem Bein bringt er Rhythmus ins Spiel durch die große Trommel am Boden, oder er sitzt richtig hinterm Schlagzeug und singt von dort aus.
Ted spielt Kontrabass oder Schlagzeug, Ben steht eigentlich immer hinterm Keyboard, holt aber das Akkordeon schon mal raus und Winston tauscht Banjo öfters gegen Dobro.
Mit vollem Drums-Einsatz wurde Dust Bowl Dance gespielt und dann war erstmal Schluss.

Sie verschwanden, ließen jedoch nicht lange auf sich warten und spielten noch zwei weitere Lieder.

Sie hatten einige neue oder unbekannte Lieder im Set drin, die so unheimlich gut waren, dass ich mich schon riesig auf mehr Musik von ihnen freue.
Also echt, hätte nie gedacht, dass Folk so abgeht.
Ich muss mir noch passende Worte zur gerechten Beschreibung ausdenken.
Leider waren die T-Shirts mit 25 Euro etwas außerhalb meines Budgets, obwohl das eine schon gerne mit mir mitgewollt hätte.

Das Beste: Bald seh ich sie wieder und zwar auf einem Festival, das Neuland für Jule und mich ist: T in the Park in Schottland!
Crazy Germans sind AM START! Helga!
Als ich heut nach Hause kam, musste ich Muskelkater in den Waden feststellen und fragte mich woher. Nach 2 Sek schüttelte ich den Kopf und dachte einfach nur „Sone Fragen kannste dir sparen nach einem solchen Konzert!“

Setlist:
Sigh No More
Awake My Soul
Roll Away Your Stone
White Blank Page
Untitled
I Gave You All
Little Lion Man
Lover
Thistle & Weeds
Timshel
The Cave
Dust Bowl Dance
Feel The Tide/ Sister (kann mich gar nicht erinnern, welches sie da gespielt haben)
Whispers

Samstag, 10. April 2010

Simon den Hartog (Kilians) und Band

Konzert: Simon den Hartog und Band
(Soloprojekt des Kilians Sängers)
Berlin: Magnet, 09.04.2010
Vorband: An Horse



„Ich geh heut auf ein Konzert, obwohl ich nur drei Lieder kenne!“

Kilians machen Pause und Sänger Simon begibt sich auf Solopfade.

Dass man bei seinem Konzert die Katze im Sack kaufte, gab er im Voraus zu. Denn es gibt nur drei Songs zum Reinhören auf der Myspace-Seite.
Für 11,60 Euro kann ich jedoch damit leben.

Als Special Guest, auf dem Tourplakat angekündigt, war eine australische Band namens An Horse.
Ein sympathisches Musik-Duo aus Brisbane: Kate Cooper an Gitarre und Damon Cox am Schlagzeug.
Eine Band, die schon für Tegan And Sara und Death Cab For Cutie eröffnet hat.

Nach dem ersten Song bedankte sich Kate: „Thanks for coming early!“

Sie kamen mit einem Album in der Tasche: "Rearrange Beds", welches man beim Merch für 13 Euro mitnehmen konnte.
Alle Songs, die sie spielten machten unheimlich Spass und das Album an sich, ist wirklich eine Empfehlung.

Zwischendurch gabs eine lustige Plauderrunde. Kate wollte nicht Alleinunterhalterin sein, doch Damon meinte er sei krank und könne nicht reden. Mit Beispielen aus diversen Kultfilmen beschrieb sie kurz das Bandverhältnis. Alles purer Spass und beim Publikum kam dies sehr gut an.

Es folgten mehr tanzbare Songs und vereinzelt sah man Fans, die jedes Lied mitsingen konnten und wie Honigkuchenpferde grinsten.

Super Auftritt. Simon selbst, sah man kurz vor Beginn der Vorband ins Publikum huschen, vielleicht war es nur ein Vorbeihuschen, vielleicht aber auch Genießen der eigenen Vorband.

Von An Horse wird man sicher bald mehr Gutes hören. Sie haben gerade erst angefangen uns mit ihrer Musik zu bereichern, denn es war der 7. Tag ihres ersten Besuches in Deutschland.

In der Umbaupause fiel mein Blick auf eine blutverschmierte Gitarre, die gerade gestimmt wurde.
Die Band an Simons Seite schien die Sache mehr als ernst zu nehmen.

Das Solo-Projekt des Kilians Frontmanns ist kein Ein-Mann-Akustik-Gitarre-Auftritt. Nicht ohne Grund wird viel Wert auf das „und Band“ im Namen gelegt.
Es waren Schlagzeuger Christoph, Gitarrist Christian mit der bereits erwähnten blutigen Gitarre, Yilmaz am Keyboard und Dominic am Bass, sonst Gitarrist bei den Kilians.
Alle wurden zweifach vorgestellt. Simon freute sich, dass er solch wunderbare Freunde hat, die ihn auf der Tour begleiten für nichts als Spass und Freigetränke, denn "Geld gibt's hier nicht zu verdienen."
Mitunter hätte wohl der ein oder andere die normale Arbeit sogar abgesagt, um dabei zu sein.

Los ging es mit einem tollen Song und kleinen Soundschwierigkeiten beim Bass. Diese wurden schnell gelöst und noch schneller vergessen. Simon entschuldigte sich trotzdem: „Wir haben vorher Soundcheck gemacht.“

Gesungen wurde von ihm durchgängig mit geschlossenen Augen und bei manchen Songs konnte man sehen, wie nahe ihm doch seine eigenen Texte gehen und wie er sie gerade ein wenig durchlebt.

Berlin war laut Simon, der bestbesuchte Gig der Tour bisher und man freute sich sehr darüber auf der Bühne.

Songnamen wurden kaum vorgestellt, dafür aber der Inhalt. „Dieser Song handelt von der Niederträchtigkeit.“
Kommunikation mit dem Publikum fiel nicht schwer, kam an den richtigen Stellen und verhalf zu mehr grinsenden Gesichtern.
Ein Song wurde als der bisher verhasste Song des Publikums vorgestellt, jedoch gab es gerade nach diesem mitunter den größten Applause.
Ich persönlich fand auch, dass er positiv heraus stach und uns mindestens genauso viel Spass bereitete wie allen auf der Bühne.

Von fußtipsend bis tanzbar war alles dabei. Mir hat es super gefallen und ich freue mich auf mehr davon.

Simon bedankte sich gegen Ende ein weiteres Mal bei seinen Bandkollegen und lud gleich das Publikum auch ein, Freundschaft mit ihm zu schließen.

Ein wunderbarer Abend mit einem sympathischen jungen Mann auf Solopfaden und dessen Begleitband.
Ein Album gibt’s leider noch nicht, dafür jetzt aber bestimmt einige Live-Mitschnitte auf Youtube und natürlich weiterhin drei Songs auf der Myspace-Seite.

3 Songs ohne Namen gibts von mir:

Song 1
Song 2
Song 3

Montag, 29. März 2010

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben?

Diesmal andersrum: Ein gutes Ereignis am Ende der Woche kann auch eine beschissene Woche wieder gut aussehen lassen.

Beweis:

Beschissene Woche, weil:

1.
Da meine Mitbewohnerin für 2 Monate nach China geflogen ist, um ihre Familie zu besuchen, wohnt für kurze Zeit ein nerviger Typ in ihrem Zimmer, der nicht nur raucht in der Wohnung, sondern natürlich auch Bartstoppeln im Waschbecken und Ekelhaare von überall in der Dusche lässt, DIE KÜCHE VERDRECKT, Sachen wegfrisst, Sprite und Bier wegsäuft, teilweise ewig das Bad blockiert, wenn ich auf Toilette muss und sich dort wohl noch selbstbefriedigt. Horrormitbewohner höchstpersönlich trifft es ganz gut. Miete hat er drei Wochen zu spät nach ewigem Hinterherrennen auch mal gezahlt.

2.
Einem Hoch folgt stets ein Tief: d.h. nach dem himmlischen London-Wochenende MUSSTE ja eine PLÖDE Woche kommen.

3.
Ich hatte Husten! Folge des Horrormitbewohners, da Husten bedeutet, man möchte die Welt anbellen wegen seiner Sorgen. Hab ich erledigt.

4.
Die Inkasso-Schweine lassen mich nicht in Ruhe und ziehen einem mit trügerischen Mitteln und Totalverarsche das Geld aus der Tasche.
Letztendlich MUSSTE ich alles bezahlen, was sie sich augedacht hatten. Die lügen einfach kackfrech und drohen mit Anwalt und man ist machtlos. Mein Privatanwalt in Rostock riet mir, einfach zu zahlen, weil es sonst immer teurer werden würde.

5.
Berlin ist groß und zur Arbeit komm ich nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die sind schweineteuer, aber ich kaufe brav, seitdem ich hier bin, jeden Monat ein 72 Euro teures Monatsticket.
Donnerstag Morgen fuhr ich zur Arbeit und mir fiel spontan ein, dass mein letztes Ticket vor dem London-Trip abgelaufen war. Da ich nicht immer 72Euro bar mitschleppe, muss ich die Monatstickets immer am Schalter kaufen, da die scheiß Automaten weder meine EC- noch meine Kreditkarte akzeptieren.
Gut, da vor der Arbeit keine Zeit war, wollte ich es auf dem Rückweg kaufen, bisschen Risiko konnte ich eingehen, da ich den ganzen Monat NICHT kontrolliert wurde.
Gut.
Ich wollte noch Konzerttickets am Alex kaufen, daher musste ich zur Arbeit eine Station U-Bahn fahren. Beim Warten fiel mein Blick auf 3 Männer. Warum, war mir in dem Moment noch nicht klar. Als die Bahn kam, stieg ich ein und die Türen waren noch EWIG offen. Warum, war mir in dem Moment noch nicht klar.
Als die Türen zugingen, war plötzlich alles glasklar: "Die Fahrausweise bitte!!!!"
Das gibts doch gar nicht.
BVG-Zettelchen gabs. Man kann auch erzählen, was man möchte, die werden nicht weich. Kriegen wahrscheinlich Provisionen die Schweine.
Er meinte noch, ich solle zur BVG-Geschäftsstelle gehen und dort den Fall erklären.
Heute war ich dort und trotz tränenreicher theaterreifer Vorstellung muss ich 40Euro bezahlen. Ich hatte sogar Kontoauszüge, die beweisen, dass ich schon öfters ein Monatsticket gekauft habe - war denen egal. Nur mit nem personalisiertem Abo hat man Chancen.
Alles Schweine. Echt.



Wenn das nicht 5 triftige Gründe für eine scheiß Woche sind!

Gut, nun zum Thema. Eine Sache, die die Anne wieder glücklich macht?

Konzert: Shout Out Louds
Berlin: Astra Kulturhaus
25.03.2010
Vorband: Nervous Nellie

Eine Band namens Shout Out Louds aus Schweden, die nicht nur wunderbare Musik machen, sondern zufällig auch noch Donnerstag Abend in Berlin gespielt haben.
Noch viel besser, war die Tatsache, dass ich zwei Tickets sowie ein Meet & Greet (Treffen) mit der Band gewonnen hatte.
Musste letztendlich doch alleine gehen, aber störte mich recht wenig. Ich stand auf der Gästeliste und durfte noch jemanden mitbringen. Hab dann noch einer Frau ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, als ich ihr mitteilte, dass ich sie für 20 Euro mitreinnehmen kann. Sie war mit zwei Freundinnen dort und somit hatte ich dann gleich meine Begleitung während des Konzerts sicher. Naja, wie das im Gruppenzwang so ist, blieb ich bei denen stehen, ziemlich weit hinten. Mein Aufmunterungsspruch mir selbst ggü. war, dass ich die Band anschließend ja sowieso sehen werde.
Nungut.

Vorband war ebenfalls aus Schweden und echt nett.
Nervous Nellie.

Die Umbaupause war trotz Toilettenbesuches VIEL zu lange und man wurde schon fast verärgert und genervt, als immer wieder ein weiteres Lied aus der Box kam.
Lag wahrscheinlich an der Lichtkonstruktion auf der Bühne, denn es waren mind. 10 stehende Scheinwerfer aufgebaut mit jeweils etwas zuviel Watt. Sie waren rot und konnten Strichformen annehmen und selbst den Bandnamen schreiben. Es stand also Shout Out Louds in Licht auf der Bühne. In rot. Und Augenkrebserzeugend. Wenn das nicht grell war, man konnte gar nicht hingucken, wenn sie so richtig aufleuchteten.
Gestartet wurde wie sooft mit dem ersten Song vom neuen Album: 1999.
Zweiter Song war erstes Highlight: Please Please Please. Es ging nur bergauf und wir sollten am Ende der Show auf dem Mount Everest stehen.
Meine Devise ist immer, wenn es hinten noch Spass macht, dann ist es eine gute Show. Und wenn der Typ hinter mir komplett alle Texte mitsingt, darf man es beruhigt als Spass bezeichnen.
Der Club in dem sie spielten, das Astra, ist recht groß, schätze mal 2000 oder mehr gehen rein. Und es war knackenvoll mit Leuten, die auf Freude aus waren.
Es hat tierisch gefetzt zu sehen, in welchen Momenten des Songs die Leute vorne komplett wild werden.
Shout Out Louds animieren bei Live Shows gerne mal zum Hüpfen und das taten auch mehr als einige. Selbst im hinteren Teil.
Sie spielten kunterbunt Songs aus allen drei Alben und vergaßen dabei nicht alte Knaller wie The Comeback, Tonight I Have To Leave It, Very Loud...
Es war wiedermal wunderbar.
Ein tolles Konzert. Für mich das erste Mal Shout Out Louds in einem Club, hatte sie vorher nur einmal beim Frequency Festival 2007 gesehen.
Weil Berlin gut abging, war Sänger Adam richtig gerührt am Ende der Show und bedankte sich schon fast etwas niedlich.
Schöne Zugaben gabs und mit Walls wurde die Show beendet.

Beim Rausgehen wars plötzlich ultra hektisch und ich hab promt die Mädels verloren. Naja hatten sie halt Pech, eine hätte ja noch Backstage mit mir gedurft.
Ich bekam vorher eine Mail, wo mir gesagt wurde, dass nach der Show mich der Bandmanager anrufen wird, um mich backstage zu holen. Seine Nr. gaben sie mir auch, aber ich sollte nur im Notfall anrufen.
War dann kurz nach 12 und kein Anruf kam. Hm bin ich eben zum Merch Stand, wo grad das einzige weibliche Bandmitglied rumstand. Hab ihr gesagt, dass ich das Meet & Greet gewonnen habe und ob das alles so ok wär und noch laufen würde. Sie war total lieb und meinte erstmal schockiert "And noone called you yet??"
Sie erklärte mir, dass ihr Label in Deutschland ihnen manchmal gar nicht sagt, was abgeht. Daher tat es ihr total leid, dass ich, wäre ich nicht zu ihr gegangen, fast das Treffen mit der Band verpasst hätte.
Sie nahm mich dann mit und meinte, komm wir trinken einen. Kurz zuvor hatte sie zwei neue Freunde gefunden, die auch mit sollten. Es waren zwei schwule Typen und einer von ihnen brauchte wohl 30min um das richtige Bandshirt zu finden und währenddessen hatte er mit dem Spruch "Wenn ich nicht schwul wäre, würde ich mit dir schlafen wollen" das Herz der Shout Out Louds Dame erobert und sie wurden Backstage eingeladen. Wir bekamen Sticker und als erstes gab Adam eine kurze Führung durch die 2,5 Zimmer hinter der Bühne. Alles ganz unspektakulär. Ein Zimmer mit zwei Sofas und Catering, dann Dusche und WC und ein weiteres Zimmer mit Sessel, Sofa und Couchtisch. Und natürlich zwei Kühlschränke gefüllt mit Getränken.
Wir bekamen auf Wunsch Bier und wurden kurz vorgestellt. Waren alle recht nett aber Babysitter ersetzten sie nun nicht. Wir waren also auf uns gestellt und ich war froh, dass die zwei Typen noch da waren, mit denen war es lustig.
Es lief gute Musik aus dem MacBook der Dame.
Gitarrist Carl hat sich lange und richtig nett mit uns unterhalten und sogar sein Fan-Oster-Geschenk mit uns geteilt: Schokoladen-Hasen und -Küken von Lindt.

Zwei Bier später ging es dann weiter zum Magnet Club, denn da sollten Shout Out Louds DJ spielen. Der Club war dank neuer Location gleich um die Ecke, obwohl mir das häusliche vom alten Magnet doch besser gefällt :-(
Wir kamen dank unserer Backstage-Aufkleber kostenlos rein und sparten fette 3 Euro.
Für einen Donnerstag war es ziemlich voll. Es lief gute Musik, aber mein Husten machte mir zu schaffen und ich war auch irgendwie müde. Gegen 3Uhr bin ich dann gegangen. Hab den schwedischen DJ's noch Tschüss gesagt und das war richtig niedlich. Hatten wohl alle schon etwas mehr getrunken und waren gut drauf und ich bin so ganz vorsichtig hoch aufs Podest wo Adam stand und meinte, ich möchte nur Tschüss sagen. Hat mir gleich eine herzliche Umarmung gegeben und sich ganz doll bedankt bei mir, dass ich da war. Auf meine Frage, ob ich den anderen auch noch Tschüss sagen kann, meinte er "OF COURSE!!! GO!!"
Also bin ich hinters DJ Pult und hab mir weitere Umarmungen abgeholt sowie Danksagungen. Carl meinte, was du gehst schon? Wir fangen gerade erst an! Er hat gefetzt und er wusste sogar noch meinen Namen! Wow.
Ja das war ein perfektes Ende eines noch perfekteren Abends.
Meine Bahn nach Hause fuhr auch sofort los.
Hatte leichte Einschlafprobleme wegen Hustenattacke.
Nächsten "Morgen" 12 Uhr wurde ich sogar von Brüderchen Max von der Haustür abgeholt und wir sind nach Jabel gefahren, das Dorf in dem die Sonne 365 Tage im Jahr scheint.
Es war ein schönes Wochenende. Mein Husten ist weg, ich hab Sport gemacht und bei der Familie sein ist ja sowieso schön.

Samstag, 13. März 2010

Interview with LostAlone

You have been away for a long time. The German audience is a hard audience, you have to come back and play all the time to be successful long term.
Is it hard for you to see people go away?

Mark:
I think with any band if you are not in the line like in magazines and stuff like that there is always a certain amount of people that won't come to your show because they don't read about it in a magazine. But I think one thing that tonight has proved for us is even though we have done nothing in Germany, we haven't produced any new music cause we have been working on a record, we have still the kind of real hard-core fan base. And whether that’s 50 people at a show or whether that’s 5 people at a show, it doesn't matter to us. When we do something new then we start again getting in magazines and stuff like that. That’s when people start “I'm remembering you guys, oh ya I like that band”. Then they are going to turn up and people come.

Alan: The feedback we have had today I appreciate so much.
Every band assumes to seek time out when working on a new album.

Mark: We want to make the best record that we can, so we don't mind it takes a bit longer.


All the shows I have seen of you were amazing. But do you remember any really bad shows?

Mark:
I probably got no bad memories of any shows in Germany; they all seem to be really good. There have been shows when things break and there is nothing you can do about, it's just embarrassing. I don't mind if the audience doesn’t get into it a lot, it doesn't bother me, I'm on stage having a good time, that’s why I play a show. But when things break or something happens and really messes up the whole show it's just annoying when it's out of your hands as a band.

What about support bands? Do you choose them by yourself?

Mark:
Yeah.
Alan: This one was a radio competition and I think there's the top 5/top 3 bands and Steven picked the band.
Mark: If we got to do it ourselves we like to pick a band that we like.

Is there a special place or venue in this world that you always wanted to play?

Mark:
I like places where classic gigs have been like a place called Knebworth in England. Milton Keynes Bowl I always liked. It would be such an achievement to do your own shows in that size of place and that is something that we aspire to.

So you like playing big venues?

Mark:
We love playing big venues. It doesn't mean we like it more than small venues. We love playing small venues like tonight, it was amazing, and we loved that a lot.
Playing big venues, we feel like playing home for like 70 000. It feels good to us.

Do you have any confirmed festivals for the summer?

Mark:
Not yet because it all depends on how fast we get our record done.
There is no point of doing loads of festivals if you haven't got a new album.

That means you haven’t got a date for the album coming out yet?

Mark:
No it's getting finished and as soon as it is finished then we can have more of an idea what we are going to do.

Do you know any German bands?

Mark:
I know Beatsteaks...
Alan: Tokio Hotel...

They are famous all around the world and nobody knows why.

Alan:
I'm not I'm not, it's just a German band (making sure he is not a fan)
Mark: …and a band called Heartbreak Motel they are friends of us and I always see a band called MIA.

Yeah you played with them in Bochum.

Mark:
Yeah yeah they were cool.
Alan: (searching for band names on random fliers on the table)

Mark: I think Germany got a really strong music scene. People kind of say 'Well people in England haven't heard of German bands because if German bands are singing in their own language they won’t really do well in the UK'. But why would you want to sing in a different language? That’s like me suddenly going to start singing things in German; I wouldn’t want to do that, I'm English. So I totally respect the German bands that say we are going to just sing in German.

Do you like watching other bands? Do you go to concerts?

Alan:
(nods)
Mark: Yeah yeah. I like watching bands, I'm going to loads of shows but then it creeps over that I want to play, so I want to be on stage. Not in a weird way it just makes me go 'I want to play'.

So festivals are best for you. You can play and watch other bands in between.

Mark:
Yeah that’s the best thing. Like when we played Download Festival, we played and then we watched Iron Maiden.

Is there something that you always wanted to do in life? A crazy thing maybe, like Bungee Jumping?

Alan:
I don't think I would do that. Something crazy?

Doesn't have to be crazy.

Alan:
I’d like to wave up a huge mountain, Everest or something like that. Yeah that'd be amazing. I'm just seeing that note I'm climbing Everest.

Mark:
I'd like to, Ah no I'm doing what I want to do. When I was a kid I wanted to travel around and play music.

Do you have a favorite childhood memory?

Mark:
My sister hit me in the face for attention.
Alan: I remember I must have been 4 or 5 years old and I watched TV, my sister poured a bowl of cereals over my head, so it was a funny one to think of.

Is there a band you really would like to play with?

Mark:
We really liked to play with Billy Talent. We really like them. We loved playing with Enter Shikari, we want to play with them again. Bands that we played with like Paramore, MCR were brilliant and we really like those bands.
Yeah I think Billy Talent and maybe for you Biffy Clyro (pointing to Alan).

Alan: Yeah Biffy Clyro, I'd like to do a tour with those guys.

I think it won't be a problem :-)

Mark:
That’s what we'll see.
Alan: Yeah that'd be good.

It's going to happen someday.

Alan:
Would be amazing.

If I'm allowed to ask, who is going to produce the new album?

Mark:
We're talking to quite a few producers. We don't really want to say things like this, that I look like an idiot - “they are talking to much“ :-)
But we are talking to pretty good producers.

One last question. If you could time travel, where would you go and what would you take with you?

Mark:
If I was to travel back in time I’d go back to the middle ages in England and steal all their cool clothes!

Alan: I would go back to my 8th birthday! It was a great day! I got the new Glasgow Rangers top and won a bouncy castle competition at school! Good times! Haha!

Mittwoch, 10. März 2010

Scream If You're Lost Alone

Konzert: LostAlone
Berlin, Magnet Club, 07.03.2010
Vorband: Kolumbus Kill

Mein letztes LostAlone Konzert lag so weit zurück, dass ich nicht einmal mehr weiß, wann genau es war.
Da es mir aber keine Ruhe gab, hab ich nachgeschaut und war wirklich schockiert.
Das letzte Mal war am 23.12.2007 in Derby die Christmas-Show.
Die Tour Ende 2008 hatte ich verpasst. Da kam Australien dazwischen.
Das heißt also, zwischen April und Dezember 2007 sah ich sie 8 Mal und dann schlappe 2 Jahre und 3 Monate NICHT!

Beim Verfassen dieses Posts muss ich unheimlich verwirrt gewesen sein. Denn ich habe LostAlone im September 2008 gesehen! Also war die Pause doch nicht sooo lang.


Als dann wunderbarerweise endlich wieder Konzerte anstanden, war ich natürlich mehr als erfreut.
Sie sollten 30 Seconds To Mars (Sänger ist Jared Leto, den man aus Filmen wie "Düstere Legenden" kennt) auf der Into The Wild – Tour supporten.
Super. Für sie. Schlecht für mich. Weil Berlin leider erstmal nicht auf dem Plan stand.
Hamburg dafür aber, daher überlegte ich, ob ich mal wieder traveln soll. Ist ja nicht weit.
Trotzdem fragte ich die Jungs erstmal, ob sie denn nicht ganz doll bald auch in Berlin spielen würden oder ob ich eben nach Hamburg müsste, um sie endlich wieder zu sehen.
Sie antworteten zwar, dass nichts sie abhalten könne, “bald” nach Berlin zu kommen. Jedoch bezog sich das bald auf nach Fertigstellung des zweiten Albums.
Also musste ich wohl nach Hamburg.

Einen Tag später stand plötzlich folgendes auf ihrer Homepage: “So that we are not sitting around getting restless on our days off we have put in a show at one of our favorite places!
Berlin Magnet Club March 7th "

Den einen Tag, den sie frei hatten, wollten sie also ausnutzen, um in einer ihrer Lieblingsstädte ihre Fans zu beglücken.
Wie ich mich gefreut habe! ENDLICH.
Der Entzug ist vorbei.

Mir kam dann die Idee, dass es schön wäre, ein Interview für das offizielle Forum “Say No To The World” zu machen.
Die Jungs waren einverstanden und so ließ ich mir ein paar nette Fragen einfallen.

Ich muss zugeben, in der Entzugszeit, natürlich nur, um es mir nicht noch schwerer zu machen, habe ich nicht wirklich viel LostAlone gehört.
Das fing dann erst wenige Tage vor dem Konzert an.
Plötzlich kamen ALLE Erinnerungen wieder hoch. Als wäre das letzte Konzert vorgestern gewesen.
Die Vorfreude war also uneinholbar und ich wurde etwas nervös wegen des Interviews.

Organisiert und vorbereitet wie ich nunmal bin, suchte ich die letzten Fragen ca. 20Min vor Aufbruch zum Club raus. Warum bin ich nur so? Selbst beim Bahnfahren schrieb ich noch zwei dazu. Was solls, Spontanität hat auch viele Vorzüge.

Gegen 19:45Uhr kam ich im Magnet an. Als ich mich umschaute, dachte ich nur “oh scheiße ist das leer”!
Dagegen half erstmal nur ein kühles Corona.
Kurz später, kam Nadine, auch Hardcore-LostAlone-Fan und eine Freundin von ihr.

Vorband war Kolumbus Kill aus Berlin.
Hat mir super gefallen.
Werd ich mir wohl am 1.April nochmal antun, da haben sie EP-Release-Gig.

Bei der Umbaupause sah man dann schon einige bekannte Gesichter, James und Chas u.a.
Jimmy, ehemals The Strand Arcade, war auch dabei um fleißig auf- und abzubauen, mit kürzeren Haaren jedoch.
Da es ja so schön leer war, standen wir unangefochten erste Reihe, ohne Absperrung natürlich.
Hab mich gefreut, da man PLATZ hatte. Zum Umherhampeln.

Dann ging das Licht aus und sie waren endlich wieder vor mir auf der Bühne.
Alan sah ich nun zum ersten Mal am Bass.
2007 bei der Xmas Show war er als Zuschauer dabei, da er schon ewig mit Mark wohl befreundet war, bevor er der Band beitrat. Hatte ihn als sehr lustigen Schotten in Erinnerung.
Auch auf der Bühne konnte man nichts aussetzen, er passt super in die Band und es scheint als hätte er nie etwas anderes gemacht. Ich persönlich finde, er tut LostAlone richtig gut.
Was aber nicht heißen soll, dass Tom vorher keinen guten Job gemacht hat.

Sie fingen an mit Sin And Sinners und Unleash The Sands Of All Time.
War das herrlich.
Ich war wirklich überrascht, wie textsicher ich noch war. Was einmal im Herzen ist, verweilt dort anscheinend.
Auch wenn vielleicht nicht viele den Weg ins Magnet gefunden hatten, die Hardcore-Fans waren am Start. Jeder sang so laut er konnte. Es war wirklich riesen Stimmung. Und ich war so glücklich.
Ich stand mittig ganz vorne und Steven kam bei eigentlich jedem Song DIREKT vor mich und spielte leidenschaftlich seine Gitarrenriffs. Es war so nah, dass ich mich jedesmal zurücklehnen musste und trotzdem noch Angst hatte, dass jeden Moment mein Kopf und seine Gitarre Freundschaft schließen würden.
Die Bühne ist nun auch nicht sehr hoch und daher schaute ich geradewegs darauf wie seine Hand auf- und abschlug. War schon etwas merkwürdig. Vor allem, wie sehr ich nach oben schauen musste, um auch mal sein Gesicht zu sehen. Hab mich gefühlt wie eine dreijährige, die rauf zu ihrem 2m Papa schaut.

Die Setlist war ein Mix aus alten und neuen Songs.
Die alten wurden durchgängig mitgegröhlt. War total super.
Einmal freute sich Steven so sehr, dass er lachend zu Alan rüberschaute und irgendwie nickte, so nach dem Motto “Siehst du wie geil das ist? Die singen unsere Texte!”.
Steven genoss es in vollen Zügen. Mark natürlich auch und Alan wohl sowieso, da es ja doch eher noch neues Terrain für ihn ist.

Als dann Our Bodies Will Never Be Found, Lost Alone, Blood Is Sharp und Standing On A Ruin Of A Beautiful Empire hintereinander kamen, war die Freude unschlagbar, auf der Bühne und im Publikum. Auf der Bühne gaben sie freudestrahlend ALLES und wir sangen, sprangen und tanzten uns zu Tode. Da war es auch wirklich egal wieviele im Club waren, denn wir hatten SPASS!

Schon als Steven einatmete, um das erste Wort von Lost Alone zu singen, spürte man irgendwie, dass gleich alle “SCREAM IF YOU RE LOSTALONE” schreien würden. Es war wunderbar. Unser Singen und die glücklichen Gesichter auf der Bühne.
Zu Blood Is Sharp muss ich gar nichts mehr zu sagen. Ihr könnt es euch vorstellen. Jeder konnte den Text.

Als sie für die Zugabe wieder raus kamen, spielten Mark und Alan erstmal allein ein Drum/Bass Stück. Steven lief, wie man das so kennt, von vorne übers Publikum auf die Bühne mit 2 Bananen und Grapefruit (oder was auch immer es war) und warf dann alles vorsichtig ins Publikum.

Sie spielten Predators In A Maze, worüber ich so glücklich war. Max hatte mich zuvor angefleht es aufzunehmen, sollten sie es spielen, was ich natürlich für ihn tat.

Um uns mehr Gutes zu tun, spielten sie AWOL Sunkissed, was ich glaube noch nie live gesehen hatte. Einfach super.

Sie sind eben die totale Live-Band, was heutzutage super wichtig ist.

Nach Ende holte ich mir noch schnell ein Corona und guckte mir meine Fragen nochmal an.
Der Club leerte sich ziemlich schnell und ich hatte dann auch ungestört mein Interview mit Alan und Mark.
Nur dumm, dass ich kein Diktiergerät hatte, denn bei der Aufnahme mit meiner Kamera, sind die Nebengeräusche so laut, dass es richtig anstrengend war, anschließend rauszuschreiben, was genau sie geantwortet haben.
Es hat mir riesigen Spass gemacht und die beiden waren super Interviewpartner.

Jetzt kann man sich demnächst auf das “Album ihres Lebens” freuen, wie sie es gern bezeichnen.
Und auf eine anschließende niemals endende Tour, wahrscheinlich weltweit.
Ich freue mich. Erstens für mich und auf unvergessliche Konzerte und zweitens für LostAlone, denn es werden super Zeiten für sie kommen, da bin ich sicher.

Auf bald!

Setlist:

1. Sin And Sinners
2. Unleash The Sands Of All Times
3. Pain
4. Elysium
5. Music And Warm Bodies
6. Paradox
7. All Messed Up
8. Honey And Burlesque
9. Vesuvius
10. Orchestra Of Breathing
11. Our Bodies Will Never Be Found
12. Lost Alone
13. Blood Is Sharp
14. Standing On The Ruin Of A Beautiful Empire

15. Mark & Alan Instrumental
16. Predators In A Maze
17. War
18. AWOL Sunkissed

Dienstag, 9. März 2010

Würden Sie bitte kurz warten, wir drehen hier gerade mit bissigen Wölfen

Damit keiner denkt, ich würde NUR auf Konzerten abhängen, ein kurzes Update zum Praktikum.
Am Samstag hieß es Musikvideodreh!
Es war für Gentleman und wir drehten in einer orangenen Fußgängerunterführung beim ICC/Messe Nord.
Es war wohl einer der kältesten Tage in meinem Leben.
5:00Uhr hieß es Aufstehen, 5:17Uhr bin ich aus der Tür. 6:15Uhr war ich am Set. Eingepackt in allem was mein Kleiderschrank an warmen Sachen hergab.
Bemerkenswert war das Catering! Lebensrettend triffts ganz gut.
Meine Hauptaufgabe hieß "blocken".
Die Fußgängerunterführung hatte 4 Zugänge und diese mussten bewacht werden, damit niemand einfach mal ebend ins Bild taumelt, wenn gerade gedreht wird.
Also waren wir mit Walkies bewaffnet und auf Kommando wurden dann Passanten besprungen, wenn sie nicht freiwillig anhielten.
Manche waren weniger erfreut, weil sie in Eile waren aber meistens hat meine Tättie-Mütze meine Autorität hervorgehoben und sie blieben brav stehen.
Ständiges Umherhüpfen oder Treppen auf und ab haben mich vor ernsthaften Erfrierungserscheinungen gerettet.
Im Großen und Ganzen war der Tag langweilig, weil so spannend ist auf der Stelle stehen und frieren nun nicht, auch wenn ab und zu "Und Bitte" in der Luft schallt.
Schweinekalt ist auch eher unschön.
Das Video beinhaltet Szenen mit Wölfen und wir buchten dafür trainierte Filmhunde, die komplett wie Wölfe aussahen. Vielleicht waren sie niedlicher. Die sahen so kuschelig aus. Hätte mir gern einen geschnappt und wäre damit geflüchtet. Hähä.
Einer von den Traumhunden schaute eine Zeit lang immer und immer wieder zu mir herüber. Der wunderte sich wohl, warum ich auf dem Kopf ihm so sehr ähnlich sehe. Hab nur gedacht "Na komm, komm mal her." Leider mussten sie ja gehorchen. Ach mensch da ist mir wirklich das Herz aufgegangen, solche Schnuckiputzis.
Durchziehendes Thema beim Video war, dass Gentleman mal richtig vermöbelt wird. Bei totalen Aufnahmen von weiter weg, übernahm ein Double seinen Job. Aber auch der Herr selbst hat ordentlich eins drüber bekommen. Naja nicht wirklich, weil er wurde ja nur von Stuntleuten zusammengeschlagen. Aber es sah gut echt aus.
Irgendwann später am Tag wurde er auch hübsch blutig geschminkt und hat für die Nahaufnahme schön auf die Fresse gekriegt. Super!
Am Schluss auf dem Boden liegend, sollten ihn dann die Hundileins ablecken. Haben sie gemacht. Das waren süße Aufnahmen. Mit den Kuschelwölfen.
Gegen 18Uhr war alles gedreht und eine h später abgebaut.
Am Ende des Tages war ich vollkommen zufrieden mit dem Tag und empfand ihn im Nachhinein als wirklich wunderbar. Man hatte eben etwas getan. Und diesmal konnte ich meine Arbeit sogar als wichtige Aufgabe bezeichnen, da man als Blocker eben doch gebraucht wurde.

Fazit:
Frühangefangener scheißkalter langweiliger leckerer herzbewegender erfolgreicher toller Tag!

"Und dann komm ich wieder nach Ostberlin zurück"

Konzert: Auletta
Berlin, Magnet Club, 04.03.2010
Vorband: Tonbandgerät

Fast schon auf Entzug, freute ich mich endlich wieder auf ein geiles Konzert.
Auletta, eine junge Indie-Band aus Mainz sollten das für mich erledigen.
Erst vor kurzem bin ich zufällig auf ihre wunderbare Musik gestoßen und seitdem ich wusste, sie würden bald in Berlin spielen, lief das Album "Pöbelei & Poesie" rauf und runter bei mir. Am Tag des Konzerts hab ich es ungelogen mindestens noch 3mal gehört. Ich war total im Fieber.

Das Magnet war ordentlich besucht und die Vorband war auch noch cool.
Tonbandgerät aus Hamburg.
Eine noch jüngere Band bestehend aus 2 Mädels und 2 Kerlen. Ein Typ mit netten Locken und sympathischem Grinsen sang mit echt beeindruckender Stimme. Zudem wiederholte er nach jedem Song den Bandnamen da bei vergangenen Konzerten dieser wohl gerne mal vergessen wurde und er niemals wieder die Frage gestellt bekommen wollte "Wie heißt ihr noch mal?".
Bei mir hats funktioniert, hab ihn mir bis heute gemerkt.
Ich fand sie super, eher gemütliche Musik, bis auf den letzten Song wo sie uns dann gleich mal RICHTIG auf Auletta vorbereiten wollten.
Diese Band mit schwer merkbarem Namen werd ich mir immer wieder gerne ansehen.

Nach kurzer Umbaupause und etwas Zusammenrücken liefen die Jungs von Auletta auf die Bühne. Gitarrist Martin hatte schon beim Soundcheck, den er selbst machte nen offenen Hosenstall und auch beim Gig störte ihn das rein gar nicht. Lange lockige Haare machten ihn noch sympathischer.
Auletta macht, wie ich finde, eher nen britisch angehauchten Eindruck. Liegt vielleicht auch daran, dass Sänger Alex ne Weile in London verbracht hat.
Finde ich persönlich mehr als geil.

Ab dem ersten Song gings ab, denn man MUSS sich einfach bewegen.
Neben mir standen irgendwelche Weiber, die mich andauernd anstarrten. Warum weiß man nicht, denn ich tat, was man tun muss bei Auletta Musik.
Insgesamt fand ich, dass zu wenige Verrückte am Start waren. Es hat zwar super Spass gemacht, nur ich hätte mir NOCH mehr Durchdrehen gewünscht.

Ich war gut am Rumzappeln und hatte meinen Spass.
Als dritten Song spielten sie Schlagt Alarm, was bis zu diesem Konzert mein Lieblingslied war. War auch SUUUUPERTOLL.
Aber soviele andere Lieder waren ebenso guuuuut.

Und es gab zwei neue Songs, die eigentlich persönliches Highlight waren.
Hoffe die bekommt man schnell irgendwo her.
Wenn ich dran denke, will ich gleich wieder das Tanzbein schwingen.

Möchte sie GAAANZ schnell wieder sehen.

Setlist:

1. Ein Engel kein König
2. Im Westen
3. Schlagt Alarm
4. Unsere Vision
5. Heimatmelodie
6. Rebell Ohne Grund
7. Tanz Mit Dem Teufel
8. Dein Lied
9. Roboter
10. Pöbelei & Poesie
11. Meine Stadt

12. Herz Von Herz (Video!)
13. Schrei Und Tanz (Video!)

Montag, 22. Februar 2010

Adam Green live in Berlin

Konzert: Adam Green
Vorband: Jukebox the Ghost
Postbahnhof Berlin
20.02.2010

„Ist aber schade, dass so ein talentierter Typ völlig jenseits der realen Welt lebt.“
Diesen Kommentar habe ich kurz nach Ende der Show beim Vorbeigehen aufgeschnappt. Zwei Männer unterhielten sich. Ich musste schmunzeln.
Sagt ja eigentlich schon einiges aus.

Erstmal zur Vorband.
Jukebox The Ghost.
Zum ersten Mal auf Tour in Deutschland und einfach super.
Drums, Keyboard/Piano, Gitarre und der Sound war perfekt.
3 Typen aus Washington/Philadelphia, die Adam Green auf der kompletten Tour begleiten. In einem Fiat fahren sie dem Rockstar-Adam Green-Tourbus brav hinterher und freuten sich besonders in Deutschland über unbegrenzt schnelle Fahrtgeschwindigkeit. Von Köln nach Berlin brauchten sie nur 20 min.
„Here in Germany you go slow with 100km/h. In the USA you go to jail for two month.“
Haben gut eingeheizt und auch ordentlich CD’s nach der Show verkauft, nicht ohne Grund.

Dann gings los. Adam. Oh man.
Erst kam seine Band auf die Bühne und fing schon mal an zu spielen und dann kam Herr Green angetänzelt. Flasche Bier in der Hand, Lieblingshose und Lederjacke mit Nieten, Hundeblick, offener Mund und seinen Haaren zufolge musste er gerade in die Steckdose gefasst haben. Schöner Teddybär-Wuschel-Look. Toll.
Sein ununterbrochenes links nach rechts Hampeln sieht meistens etwas tollpatschig aus und dabei Zuschauen ist immer mit ein wenig Angst verbunden, dass er stolpert, hängen bleibt oder sich anderweitig schön auf die Fresse packt.
Wenn er nicht kreuz und quer über die Bühne rennt, dann springt er gerade in die Luft oder trinkt mal eben 2 Flaschen Bier gleichzeitig.
Gleich im ersten Song ist er rein ins Publikum um zu crowdsurfen.
Ich hätte nie gedacht, dass so viele kreischende Fans dabei sein würden. Aber gleich nachdem er rauskam gingen groupiemäßige Todesschreie los.
Es war supereng und sobald er an die Absperrung kam, drängten alle in seine Richtung.
Öfters, wenn er die Absperrung erreichte drückte er der Erstbesten einen Schmatzer auf den Mund. Das sorgte für noch mehr Alarm vorne und es wurde NOCH enger.
Nichts desto trotz war natürlich riesen Stimmung. Es wurde mitgesungen, gehüpft, gelacht, geschrien und vor allem gekreischt. Ich hab immer noch die Aaaaaaadaaaaaaam-Kreischer im Ohr. So hoch wie es nur geht.

Adam ist ja einer der lustigen Sorte und man hat ständig etwas zu lachen, seien es komische Bewegungen, absurde Texte oder Kommunikation mit dem Publikum. Aber was ist der Junge gesegnet! Diese Stimme. Gänsehaut. Und komischerweise kann er trotz drogenmäßigem Verhalten und übermäßigem Alkoholkonsum alle seine Texte und singt diese auch noch recht gut.

Zum Teil präsentierte er Turnübungen auf der Bühne. Und wollte man Fotos machen, wurde einem das richtig schwer gemacht, weil er fegt einfach zu schnell hin und her. Selbst bei Videoaufnahmen ist man manchmal zu langsam und er ist plötzlich aus dem Bild verschwunden und in der nächsten Sekunde aber wieder da. Er ging regelmäßig zur Absperrung und kletterte ins Publikum. Einmal wurde ihm dreist ein Schuh geklaut, den er aber zurückforderte und sich anschließend gaaanz gemütlich mitten im Song hinsetzte, betrunken seinen Schuh anzog und dann wieder für Lacher sorgte. Die Schnürsenkel! Ich glaub, jeder weiß, dass es hohe Kunst ist, Schnürsenkel zu schnüren im angetüdelten Zustand. Hat eine Weile gedauert aber er hat es hingekriegt. Mit schwanken im Sitzen.
Hohe Kunst hat er auch im Öffnen von Bierflaschen gezeigt.
Berliner Kindl hat er getrunken. „This shit was cheap.“
Seine 6 Flaschen, die er on stage vernichtet hat, öffnete er zum Teil mit einer Plastik-Wasserflasche.
Bei einem etwas längeren Gespräch mit dem Publikum, fragte er erst wie es uns geht und dann:
„Who woke up today?“ (Die Frage hab ich nicht wirklich verstanden.)
„Who woke up with a bra on their head?“
Nachdem sich keiner meldete, zeigte er auf sich.
„ME!“
„Serious.“
Dann meldete sich wohl doch jemand.
Adam’s Kommentar: „You and me bro.“
Und dann grinste er sich erstmal einen ab.

Seine Songs wurden alle viel schneller und härter gespielt. „Emily“ oder „Carolina“ sind ja eher schöne tänzelnde Songs, aber die gingen TOTAL ab.

Als er ein weiteres Mal crowdsurfte, fiel er wohl runter, stand mitten im Publikum und knutschte jede, die in der Nähe war. Die Mädels haben dann sogar einfach seinen Kopf genommen um mehr zu kriegen. Unglaublich.

Mal ganz abgesehen von all den verrückten Sachen während der Show, er ist wirklich ein toller Künstler. Jeder Song kommt gut an und macht gute Laune. Auf CD ist alles immer eher ruhig und chillig, live geht die Post ab mit seinem Blues. Er hat auch echt ne coole Band hinter sich. An Gitarre und Bass sind zwei gestandene heiße Männer, an den Drums sitzt ein weiterer Spassvogel und am Keyboard ein langhaariger lässiger Typ. Die freuen sich auch jedes Mal über neue Skurrilitäten.
Andauernd flog das Mikro in die Luft, öfters fing er es einfach nicht und es knallte laut auf den Boden.

Bei Jessica stand er wieder vorne auf der Absperrung und ließ Fans singen. Dann pausierte das Lied und er fragte:
„If there’s something strange in the neibourhood, who you’re gonna call?“
Wir: „GHOSTBUSTERS!!“
„If there’s something weird and it don’t look good, who you’re gonna call?“
„GHOSTBUSTERS!!“
„An invisible man sleeping in your bed, who you’re gonna call?“
„GHOSTBUSTERS!!“
„döö düm döö düm dö dö dö döö düm döö düm dö dö dö döö düm döö düm“
Geil. Der Vogel.

Danach war erstmal Schluss, aber nach lautem „Zugabe!!! Zugabe!!!“ kam er allein zurück und sang zwei Songs akustisch. Klingt schön, ist aber eher lustig, erstens der Text, zweitens sein Blick, drittens der Versuch eine Fußbank aufzubauen für die perfekte Gitarren-Steh-Position. Hat nicht geklappt, also stellte er es zusammengeklappt gegen eine Box und stellte seinen Fuß drauf.

Viel früher am Abend kündigte er an, dass er später Songanfragen annehmen würde. Nach den Akustik-Songs schrie jemand etwas rein, was er nicht verstanden hatte. Das wollte er aber sofort wissen, weil er gesehen hatte, wer es gebrüllt hatte. Den Typen fand er wohl echt cool und machte aber erstmal Späße auf dessen Konto. Meinte dann aber: „I like you!“
Der Typ sollte dann noch mal wiederholen, was er gesagt hatte.
„I want to listen to „Baby is gonna die tonight“!“
Adam meinte promt: „Ok I’m gonna play it.“ Und spielte es sofort.
Danach gabs noch einen Song zum Durchdrehen (Salty Candy) und dann wars vorbei. War auch gut so, ich konnt nicht mehr. Und Adam war alkoholisch auch bedient. Man man man, mal wieder völlig unreal dieses Konzert, genau wie ich es mag. 5 von 5 Sternchen!
Eine schöne Lebenserfahrung.
Verrückt, verrückter, Adam Green.

Videos:

The Prince's Bed

No Legs
Jessica + Ghostbusters
Salty Candy

Samstag, 20. Februar 2010

Vampire Weekend in Berlin

Konzert: Vampire Weekend
19.02.2010
Astra Kulturhaus
Vorband: Fan Death (Kanada)

Irgendwie muss ich verpasst haben, als Vampire Weekend berühmt und begehrt geworden sind. Tickets waren schon ewig ausverkauft und bei ebay gab es nur noch welche zum doppelten Preis.
Einen Tag vor dem Konzert hatte ich endlich Glück – und zwar bei studivz (man glaubt es nicht!). Eine Karte übrig und damit mir das Leben erleichtert.

Das Astra zu finden war wieder so eine Sache für sich. Entweder ich stell mich da besonders blond an oder ich weiß auch nicht. Jedenfalls kenn ich die Gegend dort jetzt.
Erstaunlich war, wie viel internationale Besetzung zu finden war.
Ich hab fast jede Sprache gehört.
„Where are you from?“
„Norway.“
„Ah I’m from Finnland.“

Niederlande und natürlich UK waren auch vertreten. Und dann noch zahlreiche nicht Identifizierbare.
Daher wieder meine Frage: „Wann sind Vampire Weekend so groß geworden?“
Und wenn, warum spielen sie in relativ kleinen Clubs und lassen die Hälfte der Fans vor der Tür stehen ohne Ticket. Hm. Seltsam. Ist ihnen wohl selber nicht bewusst. Oder die stehn total auf sold out.

Aufjedenfall können sie denken und machen, was sie gerne wollen, denn es war der absolute Hammer.
Wenn das mal kein gelungenes Konzert war.

Vorband waren Fan Death aus Kanada. Die sind/waren auch bei Little Boots mit auf Tour.
War nett. Echt nett. Hat schon mal Tanzstimmung aufkommen lassen. Die Frontfrau hatte zu jedem Song einstudierte Bewegungen drauf, wo ich manchmal dachte „Holla das hättest dir jetzt sparen können. Ouh nicht noch mal! Nein.“
Sie hatte nen teilweise durchsichtigen schwarzen Body mit Spitze an und drüber ne Hotpants bis übern Bauchnabel und das ganze auch noch in silbernen Pailletten! Ahem.
Sie war irgendwie etwas zu dünn und daher fingen unterm Rücken gleich die Beine an. Da hab ich dann doch lieber bisschen Speck als fehlende Körperteile. Irgendwie ist die Hose auch gerutscht und hing manchmal wie eine Windel. Herrlich.
Aber mir hat der Auftritt gefallen.
Die hatten Keyboard, Drums und Geige am Start. Ja richtig, keine Gitarre, keinen Bass. Aber der Beat war gut.

Kommen wir zum Höhepunkt.
Das Astra war echt brechend voll, aber man hatte genügend Platz zum Stehen vor der Bühne. Weil dort gabs keine kleinen Mädchen die alle erste Reihe stehen wollten und schon seit dem Morgengrauen vorm Astra saßen. Sehr gut.
Ja, wie soll man das Konzert beschreiben?
Schweißtreibend, hüpferisch, tänzerisch, laut, Glückshormonbildend.
Es war genial.
Auch Songs, die vielleicht im Original etwas langweilig scheinen, sind einfach live-tauglich und machen furchtbar viel Freude.
Alle im Astra sind tierisch abgegangen und schon beim ersten Song stand ich nicht mehr auf meinem Platz, sondern flüchtete etwas zur Seite raus aus der Moshpit. Weil da gings ab. Da war Alarm. Vorher dacht ich eigentlich, „ist ja nur Hüpfmusik und schön, kann nicht so schlimm werden.“ Zonk.
Wie gesagt, die tanzten in 2m-hüpfern zu allen Seiten. Ich stand am äußeren Circle und es war dann angenehm. Weil meine Bewegungen bestimme ich gern allein. Im Moshpit bestimmen das die hüpfenden Wesen.

Oh wichtig, vergessen! Beim ersten Song wurde ich sanft daran erinnert, dass ich ja noch den herrlichen blauen Zehnagel habe. VOLLE KACKE ist jemand raufgestampft und das nach nur wenigen Sekunden. Ich glaub ich hab nen Schrei von mir gegeben. Schön wars.

Aber zurück zum Wesentlichen.
Man konnte wirklich einfach mal toootal durchdrehen. In fast jedem Song steckt son Zappel-Rhythmus. Fetzt.

Der Frontmann war super sympathisch. Hat viel erzählt. Und zum Tanzen animiert.
„This is the part of the show where your shirt changes colour!“
Na, welcher Song kam nach dieser Ankündigung?
A-Punk! Haha.
Der Hammer!
Es geht! Es geht, dass ein KOMPLETTER Saal hüpft. ALLE. Von vorne bis hinten! Alle. Alle sind gehüpft. Ich will noch mal.
Das war wirklich unschlagbar und zudem Guinnes-Buch-würdig.
Aber vor allem hat es SPASS gemacht!
Und auch wenn ich mich wiederhole, es ist ja nicht der einzige Song, der zum tanzen einlädt.
Sie haben ihre beiden Alben fast komplett durchgespielt.

Hab nach Ende die Setlist abfotografiert. Auf der stand als letztes Lied vor der Zugabe „Campus/Comma“, was wohl heißen sollte, entweder oder.
Aber sie haben beide hintereinander gespielt.
„This is for all the graduated students.“

Ich wüsste auch gar nicht, welches ich lieber gehört hätte. War perfekt so.

Als Zugabe gabs 3 Songs und Schlusslied war Walcott, wo fast wie bei A-Punk komplett alle wild geworden sind. Einfach Wahnsinn.

Kann es immer noch nicht fassen, dass ich vorher überlegt habe überhaupt hinzugehen. Wegen Geld.
Was für ne bescheuerte Überlegung.
„Denn ich find es gar nicht gut, wenn man muss verzichten wegen Geld, auf Dinge, die man liebt in dieser Welt.“
Urteil also gefällt, um weitere unnütze Bedenken zu vermeiden.
Wenn eine gute Band spielt, dann geh ich hin. Punkt.

Setlist:
(Die Farbigen sind Videos zum Draufklicken!)

1. White Sky
2. Holiday
3. Cape Cod Kwassa
4. I Stand Corrected
5. M79
6. California English
7. Cousins
8. Taxi Cab
9. Run
10. A-Punk
11. One (Blake’s Got A New Face)
12. Diplomats Son
13. Boston
14. Giving Up The Gun
15. Campus
16. Oxford Comma

17. Horchata
18. Mansard Roof
19. Walcott

Freitag, 4. Dezember 2009

Paul McCartney - Good Evening Berlin

Jeder hat doch so eine Liste mit Dingen, die er gerne machen, sehen oder schaffen will im Leben. Wenn auch nicht auf Papier, dann doch sicherlich im Geiste.
Auf meiner Liste stand schon seit einiger Zeit ganz groß geschrieben "Paul McCartney sehen".

Am 3. Dezember 2009, war es soweit.
Gewusst, das Sir Paul eine Tour spielen wird, habe ich schon lange, doch als ich die Ticketpreise sah, war die Sache erstmal gegessen.
Irgendwo hat man ja doch eine Schmerzgrenze.
Tickets von 60-200Euro, da schluckt man erstmal.
Wie gesagt, ich hatte es abgehakt.
Die guten Plätze waren viel zu teuer und schlechte Plätze für 60 Euro sind noch viel schrecklicher.
Zufällig am 2. Dezember, kam ich mit jemanden ins Gespräch, dass doch Paul McCartney demnächst in Berlin spielt. Und ich, als großer Beatles Fan, wäre gern dabei, aber es ist so schweineteuer.
Daraufhin habe ich erstmal erneut gecheckt, wann genau denn das Konzert ist.
MORGEN. Scheiße, dachte ich.
Ich wollte nicht soviel Geld ausgeben, aber irgendeine unsichtbare Macht zog mich zur O2 Arena.
Am selben Abend hab ich nochmal in das Live-Album von 2002 reingehört und danach stand fest, ich kann NICHT nicht gehen.
Also wurde weiterhin Paul McCartney und Beatles auf dem iPod gehört.

Am nächsten Tag, nach Praktikumsschluss, bin ich auf zur O2 Arena.
Vor der Halle suchte ich nach einem Ticket. Es sollte sich aber in Grenzen halten.
Doch ich war auf der anderen Seite schon furchtbar aufgeregt und euphorisch, dass ich sogar glaube ich unmenschliche Preise bezahlt hätte. Mal abgesehen davon, dass ich das Geld gar nicht habe.
Ok, ich fand ein Ticket für einen Sitzplatz im Oberrang. Stolze 85 Euro. Im Gegensatz zu anderen Ticketpreisen einfach nur krank, im Vergleich mit den besseren Sitzplätzen unheimlich günstig.



Natürlich gab es keine Vorband, das würde den Abend ja nur verschlechtern, denn wer sollte es wagen, für Paul McCartney zu eröffnen.
Licht ging aus, das Publikum schrie, Musik fing an und ein Opa in Anzug lief auf die Bühne.
Die Menschen schrien lauter.
Da war er. Das war er. Paul McCartney.
Paul McCartney!!!



Den ich sonst durch meine Kopfhörer höre. Er gehörte zu den Beatles! Das ist er. Er ist The Beatles! Wow, es gibt ihn wirklich. Er ist ein Mensch. Jedenfalls sieht er so aus. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich mein, er und die Beatles waren/sind berühmter als Jesus. Da ist er! Gleich singt er und ich kann es hören. Das Leben ist schön. Und Träume werden wahr!
Das ist Paul McCartney.
Ihn als Musiker zu bezeichnen, wagt man nicht mehr. Denn er ist die Musik. Auf der Bühne steigt er zu Höherem auf. Etwas magisches umgibt ihn.
Er begrüßte Berlin, ging zum Mikro. Los gings.
Als zweites Lied gleich für mich ein absoluter Knaller: Drive My Car!
Nachdem Song zog er sein Jackett aus und meinte: "That is the big wardrobe change of the night you know."
Lustig ist er auch noch! Der Typ hat einfach alles. Das gibts doch gar nicht.

Ich stehe immer im Zwiespalt, denn ich nehme gerne meine Lieblingssongs auf, aber auf der anderen Seite ist es auch schön, sie einfach so zu genießen ohne Ablenkung. Doch dann hat man die immerwehrende Erinnerung nicht, jedenfalls nicht in Form eines Videos, anschaubar wann immer man auch will.
Jedenfalls habe ich beschlossen, dass es eine gute Entscheidung war diesmal aufzunehmen. Denn die Videos sind Wahnsinn, Paul McCartney ist Wahnsinn. Wenn ich mir mein Aufgenommenes anschaue, ist Gänsehaut vorprogrammiert und das Wasser steigt in die Augen. Unglaublich.
Er kann ganz allein auf der Bühne stehen, singt ganz allein und nur seine Akustik Gitarre begleitet ihn - man muss weinen. Er hat es. Er hat das, was Menschen glücklich macht. Er selbst meinte, er habe sich damit abgefunden eine lebende Legende zu sein, da er es seinen Fans schuldig ist. Er schreibt seine Setlists nach dem Motto "Was wollen die Leute hören?" und nicht wie viele andere Bands "Ich spiele meine alten erfolgreichen Songs nicht mehr, denn ich habe neue Songs."
Fröhlich und gelassen sprach er mit dem Publikum oder unterhielt sich mit der ersten Reihe, sendete Grüße an uns ganz hinten.
"How are you doing back there? We send greetings to you over there."

Mit "we" meinte er die erste Reihe und sich, denn die waren sozusagen eins.
Man muss dazu sagen, wer erste Reihe war, hatte sich nicht wie bei Green Day 12h vorher angestellt, sondern musste einfach schlappe 190 Euro hinblättern.
Aber was schert das schon echte Fans.
Ich ärgerte mich ein wenig über meinen Platz. Denn es war ja ein Sitzplatz. Ein Sitzplatz im Oberrang. Ok, es gab NUR Sitzplätze, aber dieser war eben echt weit weg. Natürlich geht es um die Musik und die hört man da oben genauso wie vor der Bühne. Der Unterschied jedoch ist, vor der Bühne ist man umzingelt von verrückten Beatlemania-Paul McCartney-Fans und die Euphorie von denen steckt eben an. Und so macht einfach jedes Konzert nochmal mehr Spass. Also das wäre eine Steigerung gewesen, die kaum möglich war. In meinem hintersten obersten, am weitesten von der Bühne entfernten Block, saßen eher Leute, die sich gern mal Paul McCartney anschauen wollten, weil er eben Paul McCartney ist und auch ganz gute Musik macht. Vor der Bühne, standen Leute, die sonst sterben würden, wären sie jetzt nicht wo sie sind. Diese Leute können Wort für Wort mitsingen. Die Musik der Beatles und Paul McCartneys hat ihr Leben geprägt oder besser, ist ihr Leben. Manch einer wird sagen, "diese Verrückten können mir gestohlen bleiben", ich sage: "diese Verrückten machen Konzerte unvergesslich und lassen sie in die Geschichte eingehen".
Würde man sich sonst an das Konzert der Beatles im Shea Stadium in New York 1965 erinnern?
Sehr oft zähle ich mich selbst zu den Verrückten. Hier leider fehlte mir das Geld zum Verrücktsein.
Der Altersdurchschnitt war geschätzte 45 Jahre. Viele Junge waren wirklich nicht da. Obwohl EINE Familie KOMPLETT angerückt ist. Da war selbst die 5jährige Tochter dabei. Ob das nun ihr Leben von diesem Tage an verbessern wird, kann man anzweifeln. Aber wenn man nicht weiß wohin mit dem ganzen Geld, dann war es eine äußerst kluge Entscheidung. Eine gute musikalische Bildung kann nie früh genug beginnen. Die Kleine hatte sogar ein Beatles T-Shirt an.
In meinem Block war außer Klatschen nicht viel los. Man kann sich auch schlecht bewegen auf so einem SITZplatz. Mir ist unklar, warum so viele Leute diese SITZplätze bevorzugen bei Konzerten. Ich finde keinen einzigen Vorteil.
Die Leute, die für 180 Euro einen Sitzplatz in der sonst "Stehplatz-Zone" ergattert hatten, durften teilweise aufstehen und zur Absperrung vor die Bühne gehen. Ihr glaubt nicht, wie gern ich das auch getan hätte.
Also sah es vorne, mit den rumhüpfenden Fans, dann doch nach Konzert aus und nicht nach einem Sonntagsständchen im Altersheim.
Ich fand sowieso komsich, dass es keine Stehplätze gab.
Ist ja nicht so, dass er ausschließlich Heul-Lieder gespielt hat und es keine Gelegenheit zum Tanzen gab. Ganz im Gegenteil, es gab kaum einen Song, in der die erste Reihe nicht ausgeflippt ist. Aber es gab gewisse Momente, wo man erstarrte.
Nach Blackbird sagte Paul folgendes:
"Sometimes in life you don't always say everything you want to say to people. And sometimes you don't tell people how much you love them and sometimes then they pass away and then it's too late. So it's a good thing I think to try to get it said while people are around. I wrote this next song for my friend John after he passed away. Let's here it for John! So I wrote this song and it's an imaginary conversation that I didn't have with him but I'll have it now."

Here Today war für John Lennon.
Man konnte an seiner Stimme hören, wie schwer es ihm fiel, diesen Song zu singen.
Und ab der Zeile "I'm holding back the tears no more, I love you" konnte auch ich meine Tränen kaum zurückhalten.
Damit man nicht 3h durchheulte, kamen Songs wie Obladi Oblada. Die komplette O2 Arena geriet ins Hüpfen und Schunkeln und selbst neben mir regte sich etwas.
Ich könnte jetzt lügen und behaupten, die alten Beatles-Hits waren die Highlights des Abends, aber einfach jeder seiner Songs hatte etwas unerwartet Mitreißendes.
Natürlich kamen Jubelschreie auf, sobald die ersten Töne von Eleanor Rigby zu hören waren.
Nach dem rockigen Back In The USSR und nach
"Oh thank you, you bonkers, Dankeschön, thank you very much"
sagte er:
"That is a ukulele. (eine Mini-Gitarre) Yeah I thought you knew that. I don't know how many people knew that George was a very good ukulele player. Very good. Ich singe den nächsten Song für meinen Freund George. (Ja, er hatte es abgelesen, aber die Aussprache war unheimlich gut!) I say he is a really good player and he had a big collection of ukuleles and he gave me this one, the Gibson, beautiful, and I ran over to his house, I had one as well before he gave me this, I ran over to his house and there we were sitting around playing and he was playing all the George normal stuff eyaheyeey.....all that stuff haha, anyway I said to him you know I do one of your songs on the ukulele so I sang it for him and I sing it for you now."

Er sang Something. Anfangs allein mit seiner Ukulele. So gefühlvoll wie es keinem anderen Künstler gelingen würde. Als die Band einsetzte, sah man außerdem, auf einer riesigen Leinwand über der Bühne, Bilder von George. Es stimmt einfach alles bei seiner Show. Nach dem Song sah man diverse Mimik- und Körperbewegungen, die einem irgendwie sagten, was er dachte. Es schien, als freue er sich. Als freue er sich, dass ER den zum besten Liebeslied gewählten Song aller Zeiten singen darf und dass die Leute es lieben. Als freue er sich, dass er dem gerecht wird, was das Lied selbst ausmacht und dass auch George es geliebt hätte. Jetzt. In diesem Moment.
Nach jedem Song steht Macca eine halbe Ewigkeit da und bedankt sich mit Armen und Gitarre oder Bass in der Luft. Manchmal macht es den Anschein, als könne er selbst gar nicht glauben, wer er eigentlich ist. Dass man Gott ist, ist auch nicht so einfach zu verdauen.
Und dass er zu Gott geworden ist, hat er auch seiner lockeren Art zu verdanken. Als Paul McCartney könnte man sich ALLES erlauben, aber er macht einen so sympathischen und coolen Eindruck. Er ist glaube ich, der coolste Opa der Welt, wenn ich das mal so sagen darf.
Eine einzige Sache ärgerte mich. Und zwar war meine Kamera voll bevor Hey Jude und Yesterday kamen. Und gerade diese beiden Lieder wollte ich aufnehmen. Er hatte einfach zu viele Hits gespielt und ich wusste einfach nicht mehr, was wert war aufgenommen zu werden und was nicht. Am liebsten hätte ich alles komplett aufgenommen.
Leider musste ich also Drive My Car und Got To Get You Into My Life löschen, um Platz für die zwei anderen Songs zu haben.
Ich könnte mich selber in die Tonne treten, wenn ich nur daran denke. Ich hatte sie schon und jetzt doch nicht mehr. Ahhh. Nächste Mission ist also: 4GB Speicherkarte kaufen, weil bei 3h Konzerten nicht genug Platz drauf ist.
Ja er spielte wirklich fast 3h.



Was denkt ihr eigentlich, wie geil es ist, zu Lady Madonna oder Get Back abzugehen?! Oder Paperback Writer oder A Day In The Life (mit anschließendem Lennon Song Give Peace A Chance), Let It Be...
Hey Jude war wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Es war ein einziger TRAUM! Und er sang es mit einem Lächeln. Und jeder sang mit. Und das garantiert auch mit einem Lächeln. Ich möchte ja immer Erlebtes weitergeben an andere und wenn ich könnte, würde ich jeden Einzelnen von euch sofort zu dem Konzert zurückbeamen, damit auch ihr das Unwirkliche sehen könnt. Ich bin immer der Meinung, so etwas verändert und prägt das Leben. Man verändert seine Sichtweisen und die Wertschätzung mancher Dinge. Denn plötzlich ist ein belangeloses Lied soviel mehr wert als man sich je hätte vorstellen wollen. Musik muss nicht einfach nur Hintergrundrauschen sein, Musik verändert Dinge, verändert Menschen, verändert das Leben. Musik ist das Leben.
Und wenn man das bei Hey Jude noch nicht spürt, dann doch spätestens wenn Paul McCartney SEIN Yesterday spielt. Gibt es etwas schöneres, was das menschliche Ohr wahrnehmen kann?
Ich bin so dankbar, dieses Konzert gesehen zu haben, Paul McCartney gesehen zu haben. Es war die beste spontane Idee, die ich je in meinem Leben hatte.



Ich hoffe, dass er sich das mit der angekündigten LETZTEN Tour seiner Karriere 2010 nochmal anders überlegt. Meinetwegen soll er 10 letzte Touren machen, wie so manch anderer Künstler. Ich sag ja nur Tina (Re)Turner.
Aber mal im Ernst, man kann sich doch eine Welt ohne Paul McCartney auf der Bühne gar nicht mehr vorstellen.
Ich bin außerdem glücklich darüber, dass er sich mit der Rolle als ewiger Beatle abgefunden hat. Nach Trennung der Beatles weigerte er sich eine Zeit lang Beatles-Songs zu spielen.

Und zum Schluss ein kleiner Hinweis von mir:
Solltet ihr zufällig mal denken, "sag mal der Typ da drüben sieht doch aus wie Paul McCartney!" Und solltet ihr diesen jemanden fragen, ob er es denn wirklich sei, dann sag ich euch was Paul McCartney antworten wird:
"Nein, ich bins nicht. Mir wurde schon oft gesagt, ich sehe ihm ähnlich. Aber glauben sie wirklich Paul McCartney würde einfach hier umher spazieren?"
Paule ist leidenschaftlicher Spaziergänger und das ist sein Standardspruch, wenn Fans ihn erkennen.

Die Beatles waren für mich bisher immer nur eine Art alte Legende. Es gab sie und sie veränderten die Welt. Doch dann waren sie weg.
Am 3. Dezember sind die Beatles für mich zum ersten Mal Wirklichkeit geworden. Zum ersten Mal konnte ich sie mir wirklich vorstellen, wie sie dastehen und spielen.
Sie sind also jetzt Wirklichkeit in meiner Vorstellung haha.
Paul dagegen ist pure Realität und wird uns hoffentlich noch sehr lange glücklich machen.

Setlist:

1. Magical Mystery Tour
2. Drive My Car
3. Jet
4. Only Mama Knows
5. Flaming Pie
6. Got To Get You Into My Life
7. Let Me Roll It / Foxy Lady
8. Highway
9. The Long and Winding Road
10. (I Want to) Come Home
11. My Love
12. Blackbird
13. Here Today

14. Dance Tonight
15. And I Love Her
16. Mrs Vanderbilt
17. Eleanor Rigby
18. Band on the Run
19. Ob-La-Di, Ob-La-Da
20. Sing the Changes
21. Back in the U.S.S.R.
22. Something

23. I've Got a Feeling
24. Paperback Writer
25. A Day in the Life / Give Peace A Chance
26. Let It Be
27. Live and Let Die
28. Hey Jude

29. Day Tripper
30. Lady Madonna
31. Get Back

32. Yesterday
33. Helter Skelter
34. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band