Der Blog über das Leben

von Anne und Jule

Samstag, 20. Februar 2010

Vampire Weekend in Berlin

Konzert: Vampire Weekend
19.02.2010
Astra Kulturhaus
Vorband: Fan Death (Kanada)

Irgendwie muss ich verpasst haben, als Vampire Weekend berühmt und begehrt geworden sind. Tickets waren schon ewig ausverkauft und bei ebay gab es nur noch welche zum doppelten Preis.
Einen Tag vor dem Konzert hatte ich endlich Glück – und zwar bei studivz (man glaubt es nicht!). Eine Karte übrig und damit mir das Leben erleichtert.

Das Astra zu finden war wieder so eine Sache für sich. Entweder ich stell mich da besonders blond an oder ich weiß auch nicht. Jedenfalls kenn ich die Gegend dort jetzt.
Erstaunlich war, wie viel internationale Besetzung zu finden war.
Ich hab fast jede Sprache gehört.
„Where are you from?“
„Norway.“
„Ah I’m from Finnland.“

Niederlande und natürlich UK waren auch vertreten. Und dann noch zahlreiche nicht Identifizierbare.
Daher wieder meine Frage: „Wann sind Vampire Weekend so groß geworden?“
Und wenn, warum spielen sie in relativ kleinen Clubs und lassen die Hälfte der Fans vor der Tür stehen ohne Ticket. Hm. Seltsam. Ist ihnen wohl selber nicht bewusst. Oder die stehn total auf sold out.

Aufjedenfall können sie denken und machen, was sie gerne wollen, denn es war der absolute Hammer.
Wenn das mal kein gelungenes Konzert war.

Vorband waren Fan Death aus Kanada. Die sind/waren auch bei Little Boots mit auf Tour.
War nett. Echt nett. Hat schon mal Tanzstimmung aufkommen lassen. Die Frontfrau hatte zu jedem Song einstudierte Bewegungen drauf, wo ich manchmal dachte „Holla das hättest dir jetzt sparen können. Ouh nicht noch mal! Nein.“
Sie hatte nen teilweise durchsichtigen schwarzen Body mit Spitze an und drüber ne Hotpants bis übern Bauchnabel und das ganze auch noch in silbernen Pailletten! Ahem.
Sie war irgendwie etwas zu dünn und daher fingen unterm Rücken gleich die Beine an. Da hab ich dann doch lieber bisschen Speck als fehlende Körperteile. Irgendwie ist die Hose auch gerutscht und hing manchmal wie eine Windel. Herrlich.
Aber mir hat der Auftritt gefallen.
Die hatten Keyboard, Drums und Geige am Start. Ja richtig, keine Gitarre, keinen Bass. Aber der Beat war gut.

Kommen wir zum Höhepunkt.
Das Astra war echt brechend voll, aber man hatte genügend Platz zum Stehen vor der Bühne. Weil dort gabs keine kleinen Mädchen die alle erste Reihe stehen wollten und schon seit dem Morgengrauen vorm Astra saßen. Sehr gut.
Ja, wie soll man das Konzert beschreiben?
Schweißtreibend, hüpferisch, tänzerisch, laut, Glückshormonbildend.
Es war genial.
Auch Songs, die vielleicht im Original etwas langweilig scheinen, sind einfach live-tauglich und machen furchtbar viel Freude.
Alle im Astra sind tierisch abgegangen und schon beim ersten Song stand ich nicht mehr auf meinem Platz, sondern flüchtete etwas zur Seite raus aus der Moshpit. Weil da gings ab. Da war Alarm. Vorher dacht ich eigentlich, „ist ja nur Hüpfmusik und schön, kann nicht so schlimm werden.“ Zonk.
Wie gesagt, die tanzten in 2m-hüpfern zu allen Seiten. Ich stand am äußeren Circle und es war dann angenehm. Weil meine Bewegungen bestimme ich gern allein. Im Moshpit bestimmen das die hüpfenden Wesen.

Oh wichtig, vergessen! Beim ersten Song wurde ich sanft daran erinnert, dass ich ja noch den herrlichen blauen Zehnagel habe. VOLLE KACKE ist jemand raufgestampft und das nach nur wenigen Sekunden. Ich glaub ich hab nen Schrei von mir gegeben. Schön wars.

Aber zurück zum Wesentlichen.
Man konnte wirklich einfach mal toootal durchdrehen. In fast jedem Song steckt son Zappel-Rhythmus. Fetzt.

Der Frontmann war super sympathisch. Hat viel erzählt. Und zum Tanzen animiert.
„This is the part of the show where your shirt changes colour!“
Na, welcher Song kam nach dieser Ankündigung?
A-Punk! Haha.
Der Hammer!
Es geht! Es geht, dass ein KOMPLETTER Saal hüpft. ALLE. Von vorne bis hinten! Alle. Alle sind gehüpft. Ich will noch mal.
Das war wirklich unschlagbar und zudem Guinnes-Buch-würdig.
Aber vor allem hat es SPASS gemacht!
Und auch wenn ich mich wiederhole, es ist ja nicht der einzige Song, der zum tanzen einlädt.
Sie haben ihre beiden Alben fast komplett durchgespielt.

Hab nach Ende die Setlist abfotografiert. Auf der stand als letztes Lied vor der Zugabe „Campus/Comma“, was wohl heißen sollte, entweder oder.
Aber sie haben beide hintereinander gespielt.
„This is for all the graduated students.“

Ich wüsste auch gar nicht, welches ich lieber gehört hätte. War perfekt so.

Als Zugabe gabs 3 Songs und Schlusslied war Walcott, wo fast wie bei A-Punk komplett alle wild geworden sind. Einfach Wahnsinn.

Kann es immer noch nicht fassen, dass ich vorher überlegt habe überhaupt hinzugehen. Wegen Geld.
Was für ne bescheuerte Überlegung.
„Denn ich find es gar nicht gut, wenn man muss verzichten wegen Geld, auf Dinge, die man liebt in dieser Welt.“
Urteil also gefällt, um weitere unnütze Bedenken zu vermeiden.
Wenn eine gute Band spielt, dann geh ich hin. Punkt.

Setlist:
(Die Farbigen sind Videos zum Draufklicken!)

1. White Sky
2. Holiday
3. Cape Cod Kwassa
4. I Stand Corrected
5. M79
6. California English
7. Cousins
8. Taxi Cab
9. Run
10. A-Punk
11. One (Blake’s Got A New Face)
12. Diplomats Son
13. Boston
14. Giving Up The Gun
15. Campus
16. Oxford Comma

17. Horchata
18. Mansard Roof
19. Walcott

Sonntag, 14. Februar 2010

Ski-Urlaub im Zillertal

Das Folgende, was fälschlicherweise auch mit einem "Bild" verwechselt werden kann, ist KEIN BILD, sondern ein VIDEO!!!
BITTE DRAUFKLICKEN ZUM ANGUCKEN :-)




Bilder

Am Freitag, 05.02.2010 gings abends 20:30Uhr in Berlin los. Eine wunderbare Busfahrt lag vor uns und sollte Mutti, Peter und mich über Nacht in den Urlaub bringen.
Ziel war Österreichs Zillertal. Ein kleiner unspektakulärer Ort namens Aschau mit tollen Skigebieten in unmittelbarer Umgebung.
Bewaffnet mit Schlafsack und Kissen hatten wir glücklicherweise jeder zwei Sitze zum Schlafen. Nach kurzer Zeit wurde das auch versucht, weil man ja am Folgetag fit sein wollte für die ersten Stunden im Schnee.
Ständiger Positionswechsel wegen gelähmten Körperteilen nach kurzer Zeit machte erholsamen Schlaf schwierig. Etliche nervige Pausen störten ebenso, da jedesmal Festagsbeleuchtung angeschaltet wurde sobald der Bus stand.
Irgendwann gegen 2Uhr nachts erreichten wir Nürnberg, wo wir eine kurze zweistündige Pause einlegten, da wir auf einen Bus mit Zusteigern warten mussten.
Diese Pause konnte man gut durchschlafen.
Dann betraten die Zusteiger den Bus. Diese tauschten ihren Partybus gegen unseren Schlafbus und waren äußerst unerfreut, dass beinahe alle Plätze mit schlafenden langweiligen Menschlein belegt waren. Blöde Situation für sie, aber ebenso für uns. Denn es war LAUT. Um die 20 Leute stiegen zu, darunter eine Truppe aus Bottrop mit schönem Atze Schröder - Dialekt und lautem Organ.
Einer von ihnen - Kalle - setzte sich neben meine Mutter, die man im Schlaf nicht stören sollte. Nach kurzer Zeit wurde die verrückt und machte sich als Erste schon mal Freunde für die kommende Woche.
Ich hatte glücklicherweise Ohropax und meinen Doppelsitz und schlief wieder ein.
Geplante Ankunftszeit war gegen 9Uhr. Doch Herr Busfahrer machte einen Abstecher zum Chiemsee und diverse andere Verfahrer. Der ein oder andere wäre ihm gern an die Gurgel gesprungen.
11Uhr irgendwann waren wir dort: Hotel Seewirt in Aschau.
Es war eine Reise gebucht über "Aktives Reisen" und unsere Truppe für die Woche umfasste ca. 40 Leute.
Ein junges Team schmiss den Laden. Die waren alle furchtbar nett, doch insgesamt fehlte eine professionelle Leitung.

Nach einem ausgiebigen Frühstück wollten wir den restlichen Tag zum Skifahren nutzen. Zimmer waren erst ab 14Uhr bereit, was schonmal komisch war.
Wir mussten zum Zug stiefeln, ein 10min Marsch, da die Skibusse so spät nicht mehr fahren.
Es gibt nichts schlimmeres als in Skischuhen weite Entfernungen hinter sich bringen zu müssen.
Mein letztes Mal Skifahren lag 7 Jahre zurück, aber ging recht gut, auch gleich am Anfang. Das Wetter war nur ziemlich mies. Null Sicht.
Vom Skigebiet Kaltenbach gab es eine Skiroute nach Aschau runter. Die sollte direkt am Hotel enden. Hörte sich verlockend an und wurde sofort getestet.
Wir fröhlich drauf los, mussten schnell feststellen, dass es ganz und gar nicht verlockend war. Die Piste war schwarz. Es war ziemlich warm und der Schnee war matschig und schwer. Dazu die 1a Sicht und der erste Skitag. Alles andere als schön. Es war soo anstrengend und Stress pur, weil Angst hinzukam, da man weder Boden noch Vordermann sah.
Und wir landeten mitten im Dorf und nicht am Hotel und durften ein weiteres Mal wandern.
Aber das war nur der Anreisetag.
Denn es sollte nur besser werden.
Am nächsten Tag war strahlender Sonnenschein. Es wurde angeboten, dass Skigebiet Kaltenbach zu erkunden mit einem "Teamer" vom Hotel.
Wir haben uns für die schnellere Gruppe entschieden und hatten einen tollen Tag. Unsere Gruppe bestand aus 9 Leuten und wir fuhren gemeinsam Berg rauf und runter.
Zum Schluss wieder die Aschau Abfahrt, diesmal war sie ok. Und wir fanden sogar den Weg bis zum Hotel. Der führte nur über das Privatgelände eines Bauern und endete nicht ganz bei der nicht vorhandenen Sonnenterasse des Hotels wie beschrieben in der Broschüre. Uups.
Abends gabs wie immer Buffet, u.a. Kartoffelauflauf mit Paprika und anderem Zeug. War ganz lecker.
Anschließend gabs Begrüßungsdrinks in der hauseigenen "Zebrabar".
Es war Sekt mit irgendwas, was das Getränk rot aussehen ließ. Hat aber gut geschmeckt. Gegen 12Uhr bin ich nach 3 Begrüßungsdrinks und nem großen Bier ins Bett.
Am nächsten Morgen weckte mich Herr Sekt mit hervorragenden Kopfschmerzen, ich vertrags einfach nicht. Was solls.
Außerdem erinnerte ich mich nach nur einem vollen Skitag an mein altes Skischuhproblem. Ich hab zwar eigene, aber die sind irgendwie komisch geformt und drücken bei mir immer höllisch auf den unteren Teil meines Schienbeins und hinterlassen tolle Schwellungen. Da ich diesmal schon nach nur einem Tag kaum in den Dingern überleben konnte, tauschte ich mit meiner Mutter. Bei ihr gehen die komischerweise, liegt es wohl an mir.
Ihre Schuhe drückten nicht dort.
Wir sind wieder in einer Gruppe gefahren mit Teamer Daniel. Waren diesmal 7: Peter, Mutti, Ralf, Matthias, Olli, Ronald (nein nicht mein Papa) und ich.
Ich kam leider gar nicht mit den nicht drückenden Skischuhen klar. Schon nach wenigen Metern fingen meine Beine wie verrückt an zu zittern, es war sehr komisch. Nach einer Talabfahrt tauschte ich zurück zu meinen Skischuhen. Fehlanzeige. In diesen konnte ich GAR NICHT fahren. Schmerz! Also tauschten wir wieder. Sorry Mutti.
Das Zittern ging wieder los. Das war zuviel. Hab mich abgeseilt und bin alleine weiter, damit die anderen nicht andauernd auf mich warten müssen.
Leider hab ich vergessen mein Mittag aus dem Rucksack zu nehmen, den meine Mutti aufhatte.
Mittags saß ich an der Hütte an der Zentralstation, wo wir am Vortag auch waren mit einem ganz üblen Hungergefühl und großer Hoffnung, die anderen hier zu finden.
Geld hatte ich glücklicherweise NICHT dabei.
Mir war schon schlecht vor Hunger und keiner kam.
Ich traf jedoch Ralf, der mir Geld lieh und ich mir zwei Würstchen mit Brötchen kaufen konnte.
Danach gings wieder besser. Hunger ist echt scheiße.
Anschließend wollte ich noch ein wenig fahren.
Und zufällig seh ich vom Lift aus meine Mutter auf der Piste! Hah! Schnell hinterher und dann hatte ich sie wieder. Ist schon schöner in der Gruppe zu fahren.
Gegen Ende wurde mir wieder schlecht.
Olli meinte ihm sei auch schlecht.
Am Hotel angekommen ging gar nichts mehr und ich musste mich spontan auf Toilette übergeben. Huch.
Aufs Zimmer gegangen und nicht wirklich besser gefühlt. Hab mich ins Bett gelegt und Kamillentee getrunken, der irgendwie saulecker war in dem Moment. Wenn Kamillentee gut schmeckt, dann stimmt schon mal was nicht. Soviel ist sicher.
Gleich nochmal übergeben.
Die andern sind zum Abendessen und ich hab mich umhergequält mit Eimer neben dem Bett. Hatte höllischen Durst und trank echt viel Wasser und Tee. Der kam leider kurz später ganz schnell wieder raus. Ein Glück war der Eimer da.
Beim Abendbrot fehlten wohl unheimlich viele, sagte meine Mutter.
Sehr komisch.
Irgendwann konnte ich einschlafen und hab die Nacht recht gut überstanden.
Bin sogar zum Frühstück gegangen. Dort waren nicht viele. Viel konnt ich nicht essen.
Schlecht war mir nicht mehr, aber furchtbar schwach fühlte ich mich. Blieb also zu Hause und schlief bis 13Uhr.
Ein Krankheitstag bei 7 Tagen Urlaub tut schon weh und verärgert einen leicht.
Und wenn kurioserweise auch noch viele andere an dem gleichen Problem erkranken, dann stimmt doch etwas nicht.
Nach verschiedenen Recherchen sind wir zu dem Beschluss gekommen, dass es der Kartoffelauflauf war, der wohl nicht ganz einwandfrei war. Nämlich alle die es gegessen hatten, waren krank und allen anderen ging es gut. Klingt verdächtig.
Am nächsten Tag ging es mir aber wieder gut.
Mit neu ausgeliehenen Skischuhen war das Skifahren nun auch vollkommen schmerzlos und hat nur Spass gemacht.
In den Tagen danach erforschten wir noch zwei weitere Skigebiete: Zell und Mayrhofen. Beide auch wundervoll und mit Sonne einfach atemberaubend.
Als wir in Zell waren, hatten wir leider teilweise minus 18 Grad und das Wort Gefühl kannten meine Zehen nicht mehr. Irgendwie doof, denn dadurch dass sie taub gefroren waren, merkte ich nicht, dass mein rechter großer Zehnagel total eingequetscht wurde.
Dafür durfte ich bezahlen. Wenn ich nun runter zu meinem Fuß schaue, sehe ich einen hübschen blauen Fleck unterm Nagel und aus Erzählungen ist mir bekannt, dass dieser sich wohl verabschieden wird und ein toller Krüppelnagel nachwächst. Gute Neuigkeiten.

Hier unsere Skigebiete:



Und jetzt seht ihr, was so ein Skipass heutzutage alles kann:





Es gibt auch Vorteile im Zeitalter der Spionage.
Aber eigentlich ist es schon schlimm, dass man selbst beim Skifahren auf Schritt und Tritt verfolgt wird.

Ja, was soll man sonst noch erzählen?
Es war ein cooler Urlaub, eine super Woche mit viel Bewegung, Sonne und lieben Menschen. Hätte etwas länger andauern können. Aber so ist das mit schönen Dingen, sie fliegen vorbei.

Ein letztes Highlight war die Heimreise. Eine andere Firma als beim Hinweg und außerdem saßen zwei Hardcore-Lesben am Steuer. Die sind durchgeheizt.
Zwischendurch hat der Bus so gewackelt, dass ich dachte auf der Autobahn würden 2m Schnee liegen und da jagen wir gerade drüber. Als ich aus dem Fenster schaute lag jedoch kein Schnee.
Es war mir etwas unheimlich, also versuchte ich einfach schnell wieder einzuschlafen.
Wir sind 20:30Uhr gestartet und waren 04:30Uhr früh in Berlin!!!
Fragt mich nicht wie sie es geschafft haben, aber es war verdammt fix.

Dienstag, 26. Januar 2010

Drunter & Drüber

Hallöchen aus Edinburgh.
Jop bin immernoch hier und was soll ich sagen, mir gefällts von Tag zu Tag besser.
Schöne Stadt und schöne Menschen, wenn das ist nicht herlich ist.
Aber jetzt erstmal eine kurze Silvester Zusammenfassung:
Cousine und Bekannte waren zu Besuch und haben Hogmanay (zu Deutsch Silvester) hier gefeiert.Hab mich sehr gefreut ein wenig Familie zu dieser Jahreszeit um mich herum gehabt zu haben.Und Deutsch sprechen tat auch gut.
Musste leider bis 2uhr morgens an Silvester arbeiten, bin aber danach zu einer Hausparty und später zu einer in meinem Haus stattfindene Hausparty gegangen.Durfte natürlich am 1.Januar auch arbeiten und hab spontan für mich entschieden einfach wachzubleiben.Gegen 21Uhr wurde mir dann aber klar das es eine extrem idiotische Idee war.Sekundenschlaf auf Arbeit,kein Wunder das sie mich gefeuert haben!
Ja ihr lest richtig, mir wurde gekündigt.2 Wochen hab ich nach nem neuen Job suchen müssen bevor endlich von Illegal Jacks genommen wurde.

Homepage

Bin sehr glücklich dort im Moment und hoffe das ich länger bleiben kann als nur 4 Wochen.
Dem Jam House wird morgen gekündigt.Dieser Saftladen, haben mich noch nicht für Weihnachten bezahlt und schulden mir knapp 200 Pfund.Da ich 2 Wochen ja sozusagen arbeitlos war, siehst grad finanziell prickelnd bei mir aus.
Trotzdem lass ich mir deshalb nicht die Laune verderben und unternehm immer fleißig was mit Freunden. Öfters endet der Abend dann in meiner Lieblingsbar Brass Monkey.Das Sofa ist überdimensional groß und man kann sich richtig schön ausstrecken und hinlegen.Eine sehr sehr entspannte Bar.So mögen wir es doch, oder?!

Ansonsten geht es mir gut, auch wenn gestern ein seltsamer Tag bzw Abend war. Wir sind vom Jam House aus nach Newcastle (Nordengland, 2h südlich von Edinburgh) für ein paar Stunden Feierei gefahren. Am Ende fuhr der Bus ohne Managerin ab weil diese komplett verschwunden war.Tja in Edinburgh angekommen steht sie vor uns und ich kann euch versichern das sie nicht grad glücklich war (wie sie es geschafft hat vor uns in Edinburgh zu sein, ist übrigens ein Rätsel).Happy Ending nachdem schon alle im Bus durchgedreht sind und sich angeschrieen haben. Ich werde definitiv nicht wieder nach Newcastle fahren, zumindestens nicht wenn als Arbeitsausflug angekündigt wird. Disaster sag ich nur.Und die Türsteher waren auch scheiße unfreundlich....

Mehr gibt es nicht zu berichten außer das ich meine Bilder immernoch nicht hochladen kann weil Cousinchen meine Memory Card hat.Doofe Ziege die, soll endlich mal abschicken das gute Stück!

Ich hoffe euch gehts gut und das das Wetter sich bald mal wieder beruhigt.Hier ist alles weggeschmolzen und Minusgrade herrschen auch nicht mehr.


Gruß und Kuss
xxxxx

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Der Weihnachtsblog

Hohohoho Freunde & Familie!
Schneit es bei euch auch übertrieben viel?In ganz Schottland herrscht totales Chaos weil alle im Schnee versinken.Ich persönlich hab mich ja ganz clever mit Converse Chucks (die haben Löcher an den Seiten) für den Winter ausgerüstet.3 Paar Socken sind ein Muss.Aber ich hab zu Weihnachten ja Schuhe geschenkt bekommen.Danke Papa.Und eine Doppelbett-Matratze.Danke Mama.Und Konzerttickets.Danke Julitschka :)
Bin sehr zufrieden mit der Ausbeute.Weihnachten von zu Haue weg ist immer das schlimmste und dieses Jahr ist schon das 2. in Folge.Hinzu kommt, dass ich arme Sau dieses Jahr auch noch arbeiten darf.Harte Zeiten aber das wird alles entschädigt weil ich diese Aussicht auf dem Nachhauseweg hab.
Um euch die guten Nachrichten zu übermitteln:
Ich hab einen ganz normalen Vollzeit Job und komm garantiert erst in ein paar Monaten zurück nach Deutschland.Ich arbeite jetzt nur noch ab und zu im stressigen Jam House und serviere stattdessen alten Leuten Tee in einem Hotel, na gut manchmal wollen sie auch Gin Tonic und manchmal sind sie auch Mitte 30!Erinnert mich stark ans australische Bolgart mit dem Bauernpub :) aber im guten Sinne
Jetzt die schlechten Nachrichten:
Ich kann keine Bilder hochladen, weil ich das Kabel für die Kamera irgendwo vergessen hab.Ich möchte nicht sagen verloren aber definitiv an mir unbekannter Stelle verstaut.Uuupsie.
Ich kann nur alles beschreiben: alles weiß, alles voll mit Touris, alles weiß, etwas Matsch, alles hübsch, arschkalt.
Ich hoffe das Problem mit den Photos bald zu lösen um euch endlich meine Mitbewohner und meine Wohnung zeigen zu können.
Heute wird erstmal gestrichen weil ich hässliche pinke Flecken an den Wänden hab.Geht ja mal gar nicht.Und bevor mein geliebtes Cousinchen plus Bekanntschaft sich hier breit macht,soll es ja auch ordentlich aussehen!

Ansonsten lern ich den schottischen Akzent langsam aber sicher zu verstehen, nur wenn sie angetrunken sind sprechen sie eine mir völlig unbekannte Sprache!
Die Laute ergeben einfach keinen Sinn mehr.
Ist auch egal weil mir gehts gut, ich vermiss euch natürlich aber nicht weinerlich doll :)

Ich wünsch euch allen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch.
Ich denk an euch und stoßt mal auf mich an, ja ?!
Ist gut fürs Karma und so!

Und ich hab auch schon einen Weihnachts-Neujahrsvorsatz:
Postkarten...ihr kriegt ganz sicher bald welche!
Und Bilder natürlich

Merry Christmas & Happy New Year

xxxxxxxx

Ps Chefkoch will Truthahn fürs uns machen.Da bin ich ja mal gespannt.
Ich geh jetzt los um den David Hasselhoff Kalender für die Wohnung zu besorgen!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Vom Leben gelernt

Wenn man den ganzen Tag nichts macht, ist der Tag trotzdem weg.

Man träumt immer von Dingen, die man nicht kennt.

Nach 4 Tassen Kaffee am Nachmittag zittert man und kann abends 12 Uhr NICHT einschlafen.

Being crazy is more common than actually being not crazy.

Montag, 7. Dezember 2009

Reizüberflutung

Ja ich lebe!!!Und zwar in Edinburgh...

Lange hab ich persönlich den Blog ruhen und Annegret die ganze Arbeit machen lassen!
Diese Zeiten sind nun vorbei weil wir endlich Internet haben!
WIR das sind Tommy und Elton aus Kapstadt/Südafrika und Steve aus Dublin/Irland und Juliane aus Rostock /Deutschland! Wer jetzt aufmerksam gelesen hat wird feststellen, dass ich das einzige Mädchen bin! Ja das klingt nicht nur interessant es ist es auch!
Zum Glück ist Tommy Koch, Steve Bar Manager und Elton ein Streuner. Bunte Mischung und langweilig wird’s so schnell nicht!
Ach übrigens, ich befinde mich in SCHOTTLAND!
Jetzt wisst ihr Bescheid und es ist das erste Mal das ich irgendwo bin ohne meine geliebte bessere Hälfte Annegret! Deshalb ist es im Moment auch nicht The GermanSSS sondern nur The German! Die bedauerliche Einzahl! Ich hoffe der Blonden geht’s gut in Berlin! Hat ja Klein Ina gleich in der Nähe!

Zurück zu den Fakten:
Wohnen tue ich am Leith Walk. Das ist 10min Fußweg bis zur überfüllten Innenstadt inklusive Weihnachtsmarkt und Schlittschuhbahn! Weihnachten und Neujahr drehen alle komplett durch in Großbritannien und pilgern wie die Verrückten nach Edinburgh weil Edinburgh berühmt ist für schöne Sachen wie ein Schloss auf einem Hügel und eine Einkaufsmeile die keine Wünsche offen lässt!
Chaos und Hektik beschreibt die Situation ganz gut aber da die Sonne scheint und es in der George Street sogar Maschinen gibt die dir künstlichen Schnee in die Augen blasen ist alles wunderbar!
Ich arbeite zur Zeit in einem Club namens The Jam House! Leider nur an Wochenende aber ich hoffe bald noch einen anderen Job zu finden!
Heißt aber auch das ich Weihnachten wieder einmal NICHT zu Hause sein werde und die Weihnachtsente wieder einmal für mich gestorben ist. Oh du Fröhliche! Wehe es regnet am 24.12. Dann fang ich bestimmt an zu weinen. Schnee will ich und literweise Glühwein und einen geschmückten (meinetwegen auch künstlichen) Tannenbaum! Muss dringend mit meinen Mitbewohner reden um Entscheidungen zu treffen! Spiel Spaß Spannung und heiße Schokolade! Meine Vorbereitungsmaßnahmen sind im vollem Gange.

Da ich kein Unmensch bin, möchte ich euch natürlich meine aktuelle Adresse für kleine Überraschungsgeschenke nicht vorenthalten

9/3 Antigua Street
Edinburgh
EH1 3NH
United Kingdom

Und neue Handynummer hab ich auch mal wieder
+447855453165

E-Mail ist die gleiche und ich sehe auch so ziemlich aus wie immer! Nur etwas blasser!
Die Sonne ist ja nicht ganz so intensiv hier!

Ich wünsche euch herzallerliebste Advente, Weihnachtsmarktbesuche und Geschenke!
Bis zum nächsten wortreichen Blog

Mit freundlichen Grüßen
Juliane Krueger-Braun

Oh ich war übrigens auch in England im Oktober! Ich hatte “nur “ zwei Green Day Konzerte aber für mich persönlich war das befriedigend genug

ENNNGLAAANNND BILDER

Was mir grad noch eingefallen ist,ich hab ein Aquarium mit süßen Goldfischen :) Der Vormieter will sie nicht mehr also hab ich sie bekommen. Sie wurden auf die Namen Hans und Wurst getauft!

Freitag, 4. Dezember 2009

Paul McCartney - Good Evening Berlin

Jeder hat doch so eine Liste mit Dingen, die er gerne machen, sehen oder schaffen will im Leben. Wenn auch nicht auf Papier, dann doch sicherlich im Geiste.
Auf meiner Liste stand schon seit einiger Zeit ganz groß geschrieben "Paul McCartney sehen".

Am 3. Dezember 2009, war es soweit.
Gewusst, das Sir Paul eine Tour spielen wird, habe ich schon lange, doch als ich die Ticketpreise sah, war die Sache erstmal gegessen.
Irgendwo hat man ja doch eine Schmerzgrenze.
Tickets von 60-200Euro, da schluckt man erstmal.
Wie gesagt, ich hatte es abgehakt.
Die guten Plätze waren viel zu teuer und schlechte Plätze für 60 Euro sind noch viel schrecklicher.
Zufällig am 2. Dezember, kam ich mit jemanden ins Gespräch, dass doch Paul McCartney demnächst in Berlin spielt. Und ich, als großer Beatles Fan, wäre gern dabei, aber es ist so schweineteuer.
Daraufhin habe ich erstmal erneut gecheckt, wann genau denn das Konzert ist.
MORGEN. Scheiße, dachte ich.
Ich wollte nicht soviel Geld ausgeben, aber irgendeine unsichtbare Macht zog mich zur O2 Arena.
Am selben Abend hab ich nochmal in das Live-Album von 2002 reingehört und danach stand fest, ich kann NICHT nicht gehen.
Also wurde weiterhin Paul McCartney und Beatles auf dem iPod gehört.

Am nächsten Tag, nach Praktikumsschluss, bin ich auf zur O2 Arena.
Vor der Halle suchte ich nach einem Ticket. Es sollte sich aber in Grenzen halten.
Doch ich war auf der anderen Seite schon furchtbar aufgeregt und euphorisch, dass ich sogar glaube ich unmenschliche Preise bezahlt hätte. Mal abgesehen davon, dass ich das Geld gar nicht habe.
Ok, ich fand ein Ticket für einen Sitzplatz im Oberrang. Stolze 85 Euro. Im Gegensatz zu anderen Ticketpreisen einfach nur krank, im Vergleich mit den besseren Sitzplätzen unheimlich günstig.



Natürlich gab es keine Vorband, das würde den Abend ja nur verschlechtern, denn wer sollte es wagen, für Paul McCartney zu eröffnen.
Licht ging aus, das Publikum schrie, Musik fing an und ein Opa in Anzug lief auf die Bühne.
Die Menschen schrien lauter.
Da war er. Das war er. Paul McCartney.
Paul McCartney!!!



Den ich sonst durch meine Kopfhörer höre. Er gehörte zu den Beatles! Das ist er. Er ist The Beatles! Wow, es gibt ihn wirklich. Er ist ein Mensch. Jedenfalls sieht er so aus. Ich konnte es gar nicht glauben. Ich mein, er und die Beatles waren/sind berühmter als Jesus. Da ist er! Gleich singt er und ich kann es hören. Das Leben ist schön. Und Träume werden wahr!
Das ist Paul McCartney.
Ihn als Musiker zu bezeichnen, wagt man nicht mehr. Denn er ist die Musik. Auf der Bühne steigt er zu Höherem auf. Etwas magisches umgibt ihn.
Er begrüßte Berlin, ging zum Mikro. Los gings.
Als zweites Lied gleich für mich ein absoluter Knaller: Drive My Car!
Nachdem Song zog er sein Jackett aus und meinte: "That is the big wardrobe change of the night you know."
Lustig ist er auch noch! Der Typ hat einfach alles. Das gibts doch gar nicht.

Ich stehe immer im Zwiespalt, denn ich nehme gerne meine Lieblingssongs auf, aber auf der anderen Seite ist es auch schön, sie einfach so zu genießen ohne Ablenkung. Doch dann hat man die immerwehrende Erinnerung nicht, jedenfalls nicht in Form eines Videos, anschaubar wann immer man auch will.
Jedenfalls habe ich beschlossen, dass es eine gute Entscheidung war diesmal aufzunehmen. Denn die Videos sind Wahnsinn, Paul McCartney ist Wahnsinn. Wenn ich mir mein Aufgenommenes anschaue, ist Gänsehaut vorprogrammiert und das Wasser steigt in die Augen. Unglaublich.
Er kann ganz allein auf der Bühne stehen, singt ganz allein und nur seine Akustik Gitarre begleitet ihn - man muss weinen. Er hat es. Er hat das, was Menschen glücklich macht. Er selbst meinte, er habe sich damit abgefunden eine lebende Legende zu sein, da er es seinen Fans schuldig ist. Er schreibt seine Setlists nach dem Motto "Was wollen die Leute hören?" und nicht wie viele andere Bands "Ich spiele meine alten erfolgreichen Songs nicht mehr, denn ich habe neue Songs."
Fröhlich und gelassen sprach er mit dem Publikum oder unterhielt sich mit der ersten Reihe, sendete Grüße an uns ganz hinten.
"How are you doing back there? We send greetings to you over there."

Mit "we" meinte er die erste Reihe und sich, denn die waren sozusagen eins.
Man muss dazu sagen, wer erste Reihe war, hatte sich nicht wie bei Green Day 12h vorher angestellt, sondern musste einfach schlappe 190 Euro hinblättern.
Aber was schert das schon echte Fans.
Ich ärgerte mich ein wenig über meinen Platz. Denn es war ja ein Sitzplatz. Ein Sitzplatz im Oberrang. Ok, es gab NUR Sitzplätze, aber dieser war eben echt weit weg. Natürlich geht es um die Musik und die hört man da oben genauso wie vor der Bühne. Der Unterschied jedoch ist, vor der Bühne ist man umzingelt von verrückten Beatlemania-Paul McCartney-Fans und die Euphorie von denen steckt eben an. Und so macht einfach jedes Konzert nochmal mehr Spass. Also das wäre eine Steigerung gewesen, die kaum möglich war. In meinem hintersten obersten, am weitesten von der Bühne entfernten Block, saßen eher Leute, die sich gern mal Paul McCartney anschauen wollten, weil er eben Paul McCartney ist und auch ganz gute Musik macht. Vor der Bühne, standen Leute, die sonst sterben würden, wären sie jetzt nicht wo sie sind. Diese Leute können Wort für Wort mitsingen. Die Musik der Beatles und Paul McCartneys hat ihr Leben geprägt oder besser, ist ihr Leben. Manch einer wird sagen, "diese Verrückten können mir gestohlen bleiben", ich sage: "diese Verrückten machen Konzerte unvergesslich und lassen sie in die Geschichte eingehen".
Würde man sich sonst an das Konzert der Beatles im Shea Stadium in New York 1965 erinnern?
Sehr oft zähle ich mich selbst zu den Verrückten. Hier leider fehlte mir das Geld zum Verrücktsein.
Der Altersdurchschnitt war geschätzte 45 Jahre. Viele Junge waren wirklich nicht da. Obwohl EINE Familie KOMPLETT angerückt ist. Da war selbst die 5jährige Tochter dabei. Ob das nun ihr Leben von diesem Tage an verbessern wird, kann man anzweifeln. Aber wenn man nicht weiß wohin mit dem ganzen Geld, dann war es eine äußerst kluge Entscheidung. Eine gute musikalische Bildung kann nie früh genug beginnen. Die Kleine hatte sogar ein Beatles T-Shirt an.
In meinem Block war außer Klatschen nicht viel los. Man kann sich auch schlecht bewegen auf so einem SITZplatz. Mir ist unklar, warum so viele Leute diese SITZplätze bevorzugen bei Konzerten. Ich finde keinen einzigen Vorteil.
Die Leute, die für 180 Euro einen Sitzplatz in der sonst "Stehplatz-Zone" ergattert hatten, durften teilweise aufstehen und zur Absperrung vor die Bühne gehen. Ihr glaubt nicht, wie gern ich das auch getan hätte.
Also sah es vorne, mit den rumhüpfenden Fans, dann doch nach Konzert aus und nicht nach einem Sonntagsständchen im Altersheim.
Ich fand sowieso komsich, dass es keine Stehplätze gab.
Ist ja nicht so, dass er ausschließlich Heul-Lieder gespielt hat und es keine Gelegenheit zum Tanzen gab. Ganz im Gegenteil, es gab kaum einen Song, in der die erste Reihe nicht ausgeflippt ist. Aber es gab gewisse Momente, wo man erstarrte.
Nach Blackbird sagte Paul folgendes:
"Sometimes in life you don't always say everything you want to say to people. And sometimes you don't tell people how much you love them and sometimes then they pass away and then it's too late. So it's a good thing I think to try to get it said while people are around. I wrote this next song for my friend John after he passed away. Let's here it for John! So I wrote this song and it's an imaginary conversation that I didn't have with him but I'll have it now."

Here Today war für John Lennon.
Man konnte an seiner Stimme hören, wie schwer es ihm fiel, diesen Song zu singen.
Und ab der Zeile "I'm holding back the tears no more, I love you" konnte auch ich meine Tränen kaum zurückhalten.
Damit man nicht 3h durchheulte, kamen Songs wie Obladi Oblada. Die komplette O2 Arena geriet ins Hüpfen und Schunkeln und selbst neben mir regte sich etwas.
Ich könnte jetzt lügen und behaupten, die alten Beatles-Hits waren die Highlights des Abends, aber einfach jeder seiner Songs hatte etwas unerwartet Mitreißendes.
Natürlich kamen Jubelschreie auf, sobald die ersten Töne von Eleanor Rigby zu hören waren.
Nach dem rockigen Back In The USSR und nach
"Oh thank you, you bonkers, Dankeschön, thank you very much"
sagte er:
"That is a ukulele. (eine Mini-Gitarre) Yeah I thought you knew that. I don't know how many people knew that George was a very good ukulele player. Very good. Ich singe den nächsten Song für meinen Freund George. (Ja, er hatte es abgelesen, aber die Aussprache war unheimlich gut!) I say he is a really good player and he had a big collection of ukuleles and he gave me this one, the Gibson, beautiful, and I ran over to his house, I had one as well before he gave me this, I ran over to his house and there we were sitting around playing and he was playing all the George normal stuff eyaheyeey.....all that stuff haha, anyway I said to him you know I do one of your songs on the ukulele so I sang it for him and I sing it for you now."

Er sang Something. Anfangs allein mit seiner Ukulele. So gefühlvoll wie es keinem anderen Künstler gelingen würde. Als die Band einsetzte, sah man außerdem, auf einer riesigen Leinwand über der Bühne, Bilder von George. Es stimmt einfach alles bei seiner Show. Nach dem Song sah man diverse Mimik- und Körperbewegungen, die einem irgendwie sagten, was er dachte. Es schien, als freue er sich. Als freue er sich, dass ER den zum besten Liebeslied gewählten Song aller Zeiten singen darf und dass die Leute es lieben. Als freue er sich, dass er dem gerecht wird, was das Lied selbst ausmacht und dass auch George es geliebt hätte. Jetzt. In diesem Moment.
Nach jedem Song steht Macca eine halbe Ewigkeit da und bedankt sich mit Armen und Gitarre oder Bass in der Luft. Manchmal macht es den Anschein, als könne er selbst gar nicht glauben, wer er eigentlich ist. Dass man Gott ist, ist auch nicht so einfach zu verdauen.
Und dass er zu Gott geworden ist, hat er auch seiner lockeren Art zu verdanken. Als Paul McCartney könnte man sich ALLES erlauben, aber er macht einen so sympathischen und coolen Eindruck. Er ist glaube ich, der coolste Opa der Welt, wenn ich das mal so sagen darf.
Eine einzige Sache ärgerte mich. Und zwar war meine Kamera voll bevor Hey Jude und Yesterday kamen. Und gerade diese beiden Lieder wollte ich aufnehmen. Er hatte einfach zu viele Hits gespielt und ich wusste einfach nicht mehr, was wert war aufgenommen zu werden und was nicht. Am liebsten hätte ich alles komplett aufgenommen.
Leider musste ich also Drive My Car und Got To Get You Into My Life löschen, um Platz für die zwei anderen Songs zu haben.
Ich könnte mich selber in die Tonne treten, wenn ich nur daran denke. Ich hatte sie schon und jetzt doch nicht mehr. Ahhh. Nächste Mission ist also: 4GB Speicherkarte kaufen, weil bei 3h Konzerten nicht genug Platz drauf ist.
Ja er spielte wirklich fast 3h.



Was denkt ihr eigentlich, wie geil es ist, zu Lady Madonna oder Get Back abzugehen?! Oder Paperback Writer oder A Day In The Life (mit anschließendem Lennon Song Give Peace A Chance), Let It Be...
Hey Jude war wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Es war ein einziger TRAUM! Und er sang es mit einem Lächeln. Und jeder sang mit. Und das garantiert auch mit einem Lächeln. Ich möchte ja immer Erlebtes weitergeben an andere und wenn ich könnte, würde ich jeden Einzelnen von euch sofort zu dem Konzert zurückbeamen, damit auch ihr das Unwirkliche sehen könnt. Ich bin immer der Meinung, so etwas verändert und prägt das Leben. Man verändert seine Sichtweisen und die Wertschätzung mancher Dinge. Denn plötzlich ist ein belangeloses Lied soviel mehr wert als man sich je hätte vorstellen wollen. Musik muss nicht einfach nur Hintergrundrauschen sein, Musik verändert Dinge, verändert Menschen, verändert das Leben. Musik ist das Leben.
Und wenn man das bei Hey Jude noch nicht spürt, dann doch spätestens wenn Paul McCartney SEIN Yesterday spielt. Gibt es etwas schöneres, was das menschliche Ohr wahrnehmen kann?
Ich bin so dankbar, dieses Konzert gesehen zu haben, Paul McCartney gesehen zu haben. Es war die beste spontane Idee, die ich je in meinem Leben hatte.



Ich hoffe, dass er sich das mit der angekündigten LETZTEN Tour seiner Karriere 2010 nochmal anders überlegt. Meinetwegen soll er 10 letzte Touren machen, wie so manch anderer Künstler. Ich sag ja nur Tina (Re)Turner.
Aber mal im Ernst, man kann sich doch eine Welt ohne Paul McCartney auf der Bühne gar nicht mehr vorstellen.
Ich bin außerdem glücklich darüber, dass er sich mit der Rolle als ewiger Beatle abgefunden hat. Nach Trennung der Beatles weigerte er sich eine Zeit lang Beatles-Songs zu spielen.

Und zum Schluss ein kleiner Hinweis von mir:
Solltet ihr zufällig mal denken, "sag mal der Typ da drüben sieht doch aus wie Paul McCartney!" Und solltet ihr diesen jemanden fragen, ob er es denn wirklich sei, dann sag ich euch was Paul McCartney antworten wird:
"Nein, ich bins nicht. Mir wurde schon oft gesagt, ich sehe ihm ähnlich. Aber glauben sie wirklich Paul McCartney würde einfach hier umher spazieren?"
Paule ist leidenschaftlicher Spaziergänger und das ist sein Standardspruch, wenn Fans ihn erkennen.

Die Beatles waren für mich bisher immer nur eine Art alte Legende. Es gab sie und sie veränderten die Welt. Doch dann waren sie weg.
Am 3. Dezember sind die Beatles für mich zum ersten Mal Wirklichkeit geworden. Zum ersten Mal konnte ich sie mir wirklich vorstellen, wie sie dastehen und spielen.
Sie sind also jetzt Wirklichkeit in meiner Vorstellung haha.
Paul dagegen ist pure Realität und wird uns hoffentlich noch sehr lange glücklich machen.

Setlist:

1. Magical Mystery Tour
2. Drive My Car
3. Jet
4. Only Mama Knows
5. Flaming Pie
6. Got To Get You Into My Life
7. Let Me Roll It / Foxy Lady
8. Highway
9. The Long and Winding Road
10. (I Want to) Come Home
11. My Love
12. Blackbird
13. Here Today

14. Dance Tonight
15. And I Love Her
16. Mrs Vanderbilt
17. Eleanor Rigby
18. Band on the Run
19. Ob-La-Di, Ob-La-Da
20. Sing the Changes
21. Back in the U.S.S.R.
22. Something

23. I've Got a Feeling
24. Paperback Writer
25. A Day in the Life / Give Peace A Chance
26. Let It Be
27. Live and Let Die
28. Hey Jude

29. Day Tripper
30. Lady Madonna
31. Get Back

32. Yesterday
33. Helter Skelter
34. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band